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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Die Bedeutung der Menschen nach der Thora. 151

Den Menschen stellt die hebräische Lehre nicht als sündenvolleCreatur dar, die nicht zu leben verdiene, sie hebt ihn vielmehr hochüber die Geschöpfe der Erde, weil er des göttlichen Geistes theilhaftiggeworden. Gott gegenüber erscheint er allerdings als Staub und Asche,aber der Natur gegenüber, die er sich unterwerfen soll, wird er alsihr Herr und Meister vorgeführt.

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut und zweckentsprechend, auchder Mensch^), Wie kommt es aber, daß die Menschen nicht gut undnicht glücklich sind? Diese sich aufdrängende Frage mußte die Thorabeantworten, wenn sie ihren Lehrzweck erreichen wollte. Frage undAntwort erfordern aber Tenkvertiefung, und doch sollten sie auch demeinfachen Menschen verständlich gemacht werden. Die Beantwortungder Frage konnte daher nur durch eine Geschichte gegeben werden, diewie eine Parabel klingt. Der Mensch ist einst sehr glücklich gewesen,so lautet sie, glücklich in einem Paradiesischen Aufenthalte, so lange er un-schuldig war. Mit seinem ersten Vergehen und seinem Schuldbewußt-sein büßte er sein Glück ein und wurde aus dem Paradiese gewiesen.Worin bestand sein Vergehen? Er hat Gottes Gebot übertreten, über-treten durch Gelüste und Klügelei. Diese beiden Eigenheiten desMenschen, die er unterdrücken kann, wenn er ernstlich will, haben ihnum seine paradiesische Unschuld und um sein paradiesisches Glück ge-bracht. Die Sünde ist die Mutter des Unglücks. Diese Lehre wirdsinnig und anschaulich mit schmuckloser Kunst erzählt. Gott setzteursprünglich den Menschen in den Garten Eden, der von selbst be-wässert wurde, der die schönsten Bäume und schmackhaftesten Früchtetrug. Der Mensch brauchte ihn nur wenig zu bearbeiten und zuhüten 2). Auch ein Baum des Lebens stand darin, von dem derMensch hätte genießen dürfen, um lange zu leben b). Zur Lebens-gefährtin erhielt 'er das Weib, das einen Theil seiner Selbst bildetund mit ihm eins sein sollte. Sie ist ihm nicht zur Strafe alsPandora mit einem Füllhorn von Elend zugeschickt, sondern zur Hülfeund zum Beistand beigesellt worden. Beide kannten im Paradiesenicht das Schamgefühl, weil sie wie die Kinder im Urzustände der

fBgl. jedoch Keßler (in Strack-Zöckler's kurzgef. Comment., München 1894),S. t8.j

ff Genesis I, 31.

ff Es ist wohl zu beachten, daß nach Genesis 2, 1s der Mensch im Paradiesenicht als Faulenzer ein Schlaraffenleben führen, sondern auch arbeiten sollte.

ff Layard's Vermuthung, daß der heilige Baum oder eine mit Zweig undBlüthen versehene Verzierung auf assyrischen Monumenten mit dem Lebensbaumidentisch sei, hat G. Rawlinson mit Recht in Zweifel gezogen a. a. O. II,x. 238. (Vgl. Schräder bei Riehm-Bäthgen I, S. 143. 14s. 344 )