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Geschichte der Juden.
wurden. Das erste Wesen sei die Erde gewesen, und diese Allmuiterhabe den Regeuhimmel (Uranos), das Meer (Pontos), aber auch Un-gethüme, Titanen, einäugige Cyklopeu, hundertarmige Riesen geboren,die der Vater, welcher zugleich der Sohn gewesen, in dem Schooßder Erde verborgen. Um das Toben dieser Wilden los zu werden,läßt die Erde ihren Sohn und Gatten Uranos durch den TitanenKronos entmannen, und aus dessen in's Meer gefallenem Gliede seidie unzüchtige Liebesgöttin (Aphrodite Urania Z entstanden. Kronosverschlingt dann seine eigenen Kinder, bis auch er von einem seinerSöhne Zeus unter Aufruhr der ganzen Natur bekämpft wird. Zeuserringt die Oberherrschaft, muß sie aber mit Brüdern theilen. DieMenschen entstehen anch aus der Erde, aber kein Gott nimmt sichihrer an, ja Zeus ist neidisch auf das Menschengeschlecht und hältdas Feuer, das erste Schaffungsmittel, vor ihm verborgen. Ein TitanePrometheus bringt es ihnen verstohlen zu. Zur Strafe für diesenDiebstahl sendet ihm Zeus das Weib (Pandora), mit allen Reizenausgestattet, zu, und dieses bringt in einem Gefäße Leid und Jammerüber die Menschen und läßt ihnen nur die Hoffnung. Der Menschleidet unverschuldet, nur durch den Neid der Götter. Dieser griechischenSchöpfungssoge liegen allerdings sinnige und tiefe Betrachtungen zuGrunde; aber sie enthalten für die Menschen keine belehrende An-leitung, oder richtiger sie bergen eine verderbliche Lehre. Der Menschsteht schuldlos da, schuldig sind nur die Götter, und diese Erkenntlichmüßte den Menschen mit Trotz gegen die Himmlischen erfüllen. DasUnglück, das Uebel und die Gebrochenheit stammen nicht aus seinemInnern, sondern von den göttlichen Mächten; in ihnen liegt dieQuelle der Sünden, wodurch der Mensch auf Erden leidet. Fühltsich der Mensch unschuldig und ungerecht verfolgt, so braucht er nichtauf Besserung zu denken, sondern darf sich seinen Trieben und gähren-den Leidenschaften überlassen. Ersteht daraus Unglück für ihn, sokann er als Ankläger gegen die Götter, allenfalls auch gegen dasWeib austreten, die ihni dieses gebracht haben.
Eine andere Schöpfungssage, die chaldäische, stellt den Ur-anfang der Welt durchaus plump dar. Auch nach dieser war zuerstdas Chaos, bestehend aus Finsterniß und Wasser, und in ihm wim-melten mißgestaltete Ungethüme und Ungeheuer, zweiköpfige Menschenmit Thierleibern, doppelt geschlechtliche Menschen, Thiere mit hundertKöpfen und Gliedern aus verschiedenen Gattungen, wie sie die wilde
') Mit Recht erklärt Boeckh, daß es falsch sei, die Aphrodite Urania alshimmlisch hehre, hohe anzusehen, sondern das Wort habe dieselbe Bedeutungwie »oa,„die Erzeugerin", also die fleischliche Aphrodite.