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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
Entstehung
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Anlage der Thora.

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werden; sie hat durchweg den Charakter eines Volksbuches, läßt sichnicht zum Volke herab, um mit ihm kindlich zu thun, ihm angenehmeFabeln zu erzählen, sondern sie will zugleich durch die Geschichte solcheGedanken und Gefühle anregen, welche zur Beherzigung der GesetzeAnleitung und Antrieb geben sollen. Die Thora stellt einerseitsPersönlichkeiten von erhabenem, religiös sittlichem Lebenswandel aufund läßt auf der anderen Seite Bilder der Verworfenheit vorüber-ziehcn, die einen als Muster zur Nacheiferung, die anderen als Bei-spiele zur Warnung. Allüberall will sie unmittelbar oder mittelbarbelehren; auch in solchen Erzählungen, die sich harmlos ausnehmenund Vorgänge schlicht vorführen, steckt ein tieferer Sinn. Wenn auchnicht das ganze Volk, so hat doch eine Klasse, für welche die Thorazunächst ausgezeichnet wurde, aus der Worthülle und Umkleidung densinnvollen Gedankenkern herauserkannt. Die Geschichtserzähluug istkünstlerisch angelegt, kein Zug zu viel und keiner zu wenig, Licht undSchatten der vorgeführten Personen sind maßvoll vertheilt und dieHandlungen und Gespräche von dramatischer Anschaulichkeit. Darumbesitzen die Erzählungen einen so hohen Reiz und haben stets so vielAnziehung ausgeübt, nicht bloß auf schlichte Leser, sondern auch auftiefe Depker.

Die Erzählung der Thora beginnt mit dem Anfang, mit derWeltenschöpfung und der Urgeschichte der Menschen. Siegiebt in kurzen Umrissen die Völkergeschichte, verweilt länger bei derGeschichte der Erzväter, die sie als Muster aufstellt, und bei denVölkern, welche die Ursassen oder Nachbarn des Landes waren, welchesdie Israeliten eingenommen haben, und schildert am ausführlichstendie Ereignisse der Nachkommen der Patriarchen von dem Zeitpunkteihrer Gruppirung zum Volke bis zu der Zeit, als sie zum jenseitigenJordanufer gelangten, um den Einzug in's Land Kanaan zu halten.

Die Entstehung der Welt ist mit so einfacher Kunst, in so an-schaulicher und kindlich erhabener Darstellungsweise geschildert, daßdie Völker der Erde, denen diese Geschichte mitgetheilt wurde, sie alsdie thatsächliche Wahrheit sich zu eigen gemacht und fest daran geglaubthaben. Kein Wunder! Die Thora stellt ein einziges Wesen alsHerrn der Natur und der Menschen auf und verletzt nicht den einfachenSinn durch fabelhafte Geschichten von Göttergeburten und Götter-kämpfen, welche die angeblich Göttlichen mit einander und mit denMenschen geführt haben sollen. Ein oder zwei Menschenalter vorherhatte ein griechischer Sänger (Hesiod) die Schöpfungsgeschichte nachhellenischer Anschauung zusammengestellt, nach welcher die Götter selbstaus dem Chaos, der Urnacht und dem Uebel entstanden oder geboren