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Geschichte der Juden.
Jedenfalls muß er von einer gewaltigen Furcht vor dem assyrischenGroßkönig beherrscht gewesen sein. Alle seine sklavische Unterthänigkeitbefreite ihn nicht von bangen Sorgen für den Bestand des Landesund für sein eigenes Leben. Umsonst hat er Verkehrtheiten über Ver-kehrtheiten begangen, hatte sich einem strengen Herrn verkauft, er mußtevor jeder finstern Stirnfalte desselben zittern^.
Achas' Verkehrtheiten konnten selbstverständlich nicht ohne Einflußbleiben. Den Fürsten Juda's, die ohnehin Vorliebe für das Aus-ländische hatten, das ihren Gelüsten volle Freiheit ließ, mag diesesAnschmiegen an die assyrische Macht hinterher willkommen gewesensein. Sie durften, von der Ohnmacht des Königs Achas begünstigt,mehr noch als früher ihrem lüsternen Sinne fröhnen und ihre Un-gerechtigkeiten gegen das Volk fortsetzen ^). Die Priester waren eben-falls von der Verkehrtheit angesteckt. Aus Eigennutz oder Furchtschwiegen sie zu den Unthaten des Königs und der Großen oderredeten ihnen zum Munde. Um Geld lehrten sie nach dem Herzens-wunsch der Mächtigen. Von einem der entarteten Priester scheint dieAuslegung ausgegangen zu sein, daß das Opfern der Erstgeborenendem Gott Israels keineswegs zuwider, sondern angenehm sei. Dasvon Mose offenbarte Gesetz habe befohlen, daß die Erstgeborenen Gottgeweiht, d. h. dem Feuer zum Opfer bestimmt werden sollten^).
Glücklicher Weise waren damals Vertreter der Urlehre und derlauteren Gesittung vorhanden, welche mit kräftiger Beredtsamkeit undUeberzeugungsfestigkeit gegen dieses Unwesen, diese Entfremdung unddiese äußerste Entartung laut ihre Stimme erhoben. Gewiß hat Jesaiamit seiner Feuersprache dagegen geeifert; seine prophetischen Redenaus dieser Zeit haben sich aber nicht erhalten. Nur ein Bruchstück,eine Rede gegen eine Volksklasse, welche verkehrte Vorstellungen hegteund äußerte, ist noch vorhanden:
„Nennet nicht heilig,
„Was diese Leute heilig nennen,
„Den Gegenstand ihrer Verehrung verehrt nicht,
„Den Herrn Zebaoth sollt ihr heiligen,
„Ihm sei eure Verehrung geweiht.
S. Frankel-Graetz Monatsschrift, Jahrg. 1874, S. 498.
-) Jes. 10, I fg. Micha 3, 1 fg. 9- 11; 6, 10 fg.
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i'rx.nr armim» ourrri geht hervor, daß die Vorstellungherrschte: Gott habe befohlen, die Kinder zu verbrennen; dasselbe liegt auchdas. 16, 21—22 nu 'r-nemi i'onm» wo „meine Söhne" im Gegensatz
zu „deine Söhne" im vor. Verse die „Erstgeborenen" bedeutet. Darumwiederholt Jeremia so oft und mit Nachdruck bei der Erwähnung dieser Kinder-opfer: Gott habe sie keineswegs befohlen: 7, 31; 19, 5; 32, 35.