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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Die Kinderopfer im Thale Hinnom. 139

Sittlichkeit, erhielt durch die Nachahmung des Fremden von neuemEinbuße. Achas überschritt in der Nachäffung alle Grenzen. Alsihn einst ein großes Unglück bedrohte, verfiel er darauf, seinen eigenenSohn zu Ehren eines eingebildeten Gottes Moloch zu opfern. Auchdiese entsetzliche Grausamkeit lag im assyrischen Götzenkultus Z. Indem schönen Thale Hinnom oder Ben-Hinnom (von dem Besitzerso genannt), an der südöstlichen Ausweitung des Kidronthales, wodurch die Siloaquellc und andere rieselnde Gewässer die Fruchtbarkeiteinen prächtigen Pflanzenwuchs erzeugte, wurde eine Feuerstätte(Ivxbst) errichtet, und dort ließ Achas einen seiner Söhne, taub gegendas herzzerreißende Jammern des unschuldigen Wesens, im Feuerverkohlen 2 ).

Welches drohende Unglück mag Achas bewogen haben, sein Vater-herz zu verhärten und eine solche Unthat zu begehen, wie einst Mescha,König von Moab? Es scheint, daß der Schrecken vor dem feindlichenUeberfall eines assyrischen Königs, entweder des Tiglat-Pileser oderseines Nachfolgers, ihn dahin gebracht hat, ein solches Opfer zubringen, um den Zorn seiner Götter zu besänftigen. Diese Furchtvor dem assyrischen Großkönig hat ihn auch veranlaßt, Veränderungenim Tempel vorzunehmen. Die Verzierungen an den ehernen Leistender beweglichen Wasserwagen ließ er abnehmen und die zwölf ehernenRinder, welche den großen Wasserbehälter oder das eherne Meertrugen, das Kunstwerk aus der Salomonischen Zeit^), ließ er entfernenund den Wasserbehälter auf einen Untersatz von Stein bringen. Einenbedeckten Sitz, welcher im Eingang des Tempels war, ließ er in dasInnere desselben verlegen. Wollte Achas damit verhindern, daß solchekunstvolle Verzierungen dem assyrischen König nicht in die Augenfallen sollten? Oder wollte er sie beseitigen, weil sie an die Ver-bindung der Israeliten mit Aegypten oder Phönizien erinnerten?

') Vergl. Movers, Phönizier I, 63, 65, 324, 333 fg.

2 ) Könige II, 16, 3. Die Lage des Ge-Hinnom giebt Hieronymus amgenauesten zu Jeremia 7, 31: loepbet, guas sst in valls üiiorum Unom,iilnm looum siZmiüeat, gui Kilos toutidus irriKatur, et eot amoeuus atgusneworosus, boäisgus bortorum prasbet äelivias. Aus Josua 15, 8 und 18,16 läßt sich die Lage nicht bestimmen. Da das Südostthal an der Siloa-Quellein der That noch gegenwärtig am fruchtbarsten von der ganzen UmgebungJerusalems ist, wie es ehemals war, so ist es ohne Zweifel dieser Punkt, denAchas zum erstenmal für die Kultusstätte des Moloch ausgewählt hat. sVgl.Buhl a. a. O., S. 94). Daß Achas Menschenopfer zuerst eingesührt hat, ist nachden Quellen zweifellos. Aber ein solches Opfer wurde lediglich zur Zeit einerKalamität dargebracht.

°) S. B. I, S. 315 fg.