Druckschrift 
2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
Entstehung
Seite
123
Einzelbild herunterladen
 

Aegyptens Schwäche.

123

tens ausmachte und von den Königen stets mißhandelt wurde, gingein König aus, Namens Sabako (Lolmbaka), welcher die Spaltungund Schwäche benutzte, das Land mit Krieg überzog, den König Bok-choris lebendig gefangen nahm und sich auf den Thron setzte (um 740) Z.Sabako gründete die äthiopische Dynastie in Aegypten, welche einhalbes Jahrhundert lang das Land beherrschte. Bokchoris' Ver-wandte und die Nebenkönige verbargen sich in Sumpfgegenden undhatten weder Kraft noch Muth, gegen die äthiopischen Eindringlingezu Felde zu ziehen. Mit eiserner Faust regierte der äthiopische Königdas Land der stolzen Pharaonen. Die Erfolge seiner Waffen reiztenSabako, sie über die Grenzen Aegyptens hinauszutragen. SeineHeere drangen durch die philistäische Ebene bis hinauf nach der phöni-cischen Küste und bis in das Land der Aramäer?). Doch war esmehr ein Streifzug, als ein Eroberungszug. Sabako begnügte sich,Beute zu machen und Gefangene nach Aegypten zu schleppen. Auchdas Land Judäa litt selbstverständlich durch Sabako's Zug, auch ihmwurden Gefangene entführt. Der König Jotham scheint von demäthiopisch-ägyptischen Eroberer den Frieden auf dieselbe Weise erkauftzu haben, wie Menahem ein Jahrzehnt vorher von den Assyriern.Er mußte Tribut an Aegypten leisten, die Tributvögte zogen durch'sLand, die zugesagte Summe einzutreiben. Beide Reichshälften warenin kurzer Zeit von der Macht gesunken, die sie unter Jerobeam II.und Usia zum Schrecken der Nachbarvölker inne hatten. Beide waren,wenn auch nicht dem Namen nach, doch thatsächlich Vasallen der zweimächtigen Reiche, welche im Süden und Nordosten wie zwei riesigeZweikämpfer auftraten, um sich auf einander zu stürzen und die zwischenbeiden liegenden Länder zum Tummelplatz und Kampfpreis zu machen.

Die Sichern in Zion und die Vertrauensvollen in Samaria"wurden durch die nahe gerückte Gefahr aus ihrer Sicherheit aufgestört.Viele Familien betrauerten die Gefangenschaft ihrer Angehörigen,welche entweder nach Aegypten oder Assyrien verbannt worden waren.Aber wenn die Leichtsinnigen und Leichtlebigen sich der Sorge umdie Zukunft entschlugen, so fühlte sich doch das Volk beunruhigt. Alsnoch dazu ein Nothjahr durch Regenlosigkeit eingetreten war, be-mächtigte sich bange Sorge der Herzen. Bezeichnend ist es aber fürden schweren Kampf, den die Wahrheit mit dem Wahnwitz noch immer

zur Stellet. Vergl. Note 3. V. 7 muß statt nnu gelesen werden:Wälder" und V. II muß statt oi? wbo p o'L-n p der Plural stehen:.'m nx o-vrn -io (Vgl. dagegen Luzzatto z. St)

(y Nach Meyer, Gesch. des Alterthums l, S. 428 vielmehr um 728.Vergl. die Darstellung daselbst und S. 454 ff)

2) S. Frankel-Graetz, Monatsschrift, Jg. 1874, S. 484.