Jesaia's erste prophetische Reden.
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Flamme*), an denen der Stamm bleibt — heilige Nachkommenschaft(wird des Landes) Stamm sein!""
Welch reicher Inhalt ist in dieser einfachen Erzählung! DerTempel, Wohnsitz des hocherhabenen, heiligen Gottes, inmitten einesVolkes von unreinen Lippen, eines stumpfen, blinden und taubenVolkes, das nichts hören und verstehen will! Wie wird dieser Gegen-satz überwunden werden? Wenn nicht Besserung eintritt, so kann nurdie grausige Vernichtung diesen Gegensatz zwischen einem heiligen Gottund einem unheiligen Volke aufheben. Aber diese Vernichtung wirdeinen heiligen Stamm als Ueberbleibjel verschonen. Doch diese Ver-nichtung ist nur als Drohung ausgesprochen, noch kann sie abgewendetwerden, noch kann Heilung eintreten, wenn das Volk sich entschließt,zu sehen, zu hören und zu verstehen. Diese Heilung soll Jesaia her-beiführen. Er erbot sich zu dieser Sendschaft. Wie will er sie hcr-beiführen? Zunächst durch seine gewaltige, eindringliche Beredsamkeit;aber er scheint noch ein anderes Mittel angewendet zu haben.
In der ersten Rede hatte Jesaia die Verkehrtheit der Vor-nehmen nur obenhin berührt und nur angedeutet, daß sie unzugänglichfür bessere Einsicht waren. In einer anderen Rede, die sich erhaltenhat, ging er auf Einzelheiten ein und hielt besonders den „FürstenJuda's" einen Spiegel ihrer Thorheit und Verruchtheit vor. Höhnischund frech hatten sie auf seine Warnung erwidert: „Möge der HeiligeIsraels sein Werk beschleunigen, damit wir es sehen, möge seinRathschluß sich nähern und eintreffen, damit wir ihn erkennen" 2).Darauf geißelte Jesaia ihre götzendienerische Verblendung, ihre Ver-höhnung des Rechts, ihre Räubereien, ihre Genußsucht und besondersden Hochmuth, die Ueppigkeit und Unanständigkeit der adligen Frauenund zeigte die Folgen derselben in der Fernsicht. Er begann dieseRede nicht mit zermalmenden, sondern mit milden, erhebenden Worten.Er hob die ideale Bedeutung des Volkes Israel, der Lehre, die es zuPflegen hatte, und des Tempels, der sie versichtbaren soll, hervorund entlehnte dazu die ewig denkwürdigen Aussprüche eines älter»Propheten:
,,Am Ende der Tage
„Wird der Berg des Tempels aufgerichtet sein an der Berge Spitzen
*) Das. V. 13 0 - 7 D 2 ist durchaus unerklärlich. Es ist dreifacher Unsinn,es als Infinitiv von Hir, Hw.-, abzuleiten. sVgl. jedoch Barth, Nominalbildungin den semit. Sprachen, S. 39). Ei» Eigenname kann es ebensowenig sein,etwa wie ipv I. Chronik 26, 16. Es ist vielmehr zusammengezogen
aus
2 ) Das. 5, 19.