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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Der Prophet Jesaio.

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zungen gegen die Verderbniß der Großen sprachen. Es war dasdritte Geschlecht großer Propheten nach Eliahu, Elisa und Micha,Sohn Jimlah's, und nach Amos, Josl und Hosca.

Der bedeutendste unter ihnen war Jesaia, Sohn Amoz' ausJerusalem. Mit den Mitpropheten seiner Zeit, Zacharia, Hoseall.und Micha II. theilte er den Freimuth, welche die Sünde, die Ver-kehrtheit nnd das Laster beim rechten Namen nennt und sie rücksichts-los brandmarkt. Er übertraf sie aber und alle seine Vorgänger anFülle der Gedanken, Anmuth der Form, Erhabenheit des poetischenAusdrucks, Feinheit der bildlichen Gleichnisse und Klarheit der pro-phetischen Vorschau. Jesaia's prophetische Beredsamkeit verband schlichteEinfachheit mit Tiefe, Gedrungenheit der Sprache mit Leichtverständ-lichkeit, treffenden, verwundenden Spott mit erhebendem Schwung.Wenn sein Sprachvermögen ebenso tief eindringend war, wie seineBeredsamkeit, dann muß sie einen tiefen, nachhaltigen Eindruck aufdie Zuhörer gemacht haben. Von Jesaia's Lebensumständen ist indeßwenig bekannt. Er hatte eine Frau, die ebenfalls prophetischer Ge-sichte gewürdigt war Z. Er trug auch die allgemeine Prophetentracht,einen Ueberwurf aus Stoff von Ziegenhaar (Kast)^). Aus seinemProphetenberufe machte er, wie Eliahu, eine ernste Lebensaufgabe.Seine ganze Thätigkeit war einzig und allein darauf gerichtet, dieSchlechtigkeit zu entblößen, das Volk zu warnen und zu ermahnenund ihm ein glänzendes Ideal der Zukunft vorzuhalten, welches esverwirklichen sollte. Seinen Söhnen gab er symbolische Namen, welchedie Begebenheiten, die erst eintreffen sollten, im Voraus anzeigen undzum Zeichen und Vorbild dienen sollten. Den Einen nannte erScheLr-Jaschub" (ein Rest wird wieder umkehren), um anzudeuten,daß ein Theil des Volkes aufrichtig zu Gott zurückkehren werde, abernur ein Rest. Einen andern Sohn nannte erMäher-Schalal-Chasch-Baz" (schnell wird zur Beute werden), um vorauszuver-kunden, daß zwei gefährliche Gegner des Hauses David den Assyrernbald zur Beute und unschädlich werden würden^). Mehr als vierzigJahre (755 710)^) hat er sein prophetisches Amt mit voller Hin-gebung verwaltet, unermüdlich, standhaft, unerschrocken. In gefahr-vollen Lagen, wo Alle, Groß und Klein, König und Fürsten, ver-

ff Jesaia 8, 3.

") Das. 20, 2. Nur während der das. angegebenen Zeit sollte er denpr oblegen.

ff Das. 7, 3; 10, 21; 8, 34.

ff Folgt daraus, daß er nach 6, 1 zuerst in Usia's Todesjahre sprach (755),und daß er am eindringlichsten während Sanherib's Belagerung wirkte >710).