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Geschichte der Juden.
der Großen so sehr verderbt, daß sie das Holz um Orakel befragten, undder Stock sollte ihnen die Zukunft verkünden^). Von diesen Großendes Zehnstämmereiches, von den „Trunkenbolden Ephraims"°)lernten die Fürsten Juda's den Genüssen ohne Schranken zu fröhnen.Sie haben die Grenzpfähle aufgehoben und aus beiden Ländern einsgemacht 2). Sie waren gelehrige Schüler, führten auf ihrem Gebieteden Götzencultus des Baal und der Astarte ein, machten silberne undgoldene Götzen — sie waren ja reich — und füllten sich mit Ausgeburtender Fremdes. Der Gottesdienst im Tempel zu Jerusalem war zwaramtlich anerkannt, ihm huldigte der König und dienten die Ahronidenund Leviten; aber das hinderte die Adligen nicht, ihren Privatkultusdes Baal zu hegen. Das brüderliche Zusammengehen von Israel undJuda hatte die Folge, daß der unfläthige Götzendienst, die geschlecht-liche Ausschweifung, die Trunksucht, der Hochmuth und die Verhöhnungdes Rechtes beiden gemeinsam wurden.
Jndeß so entartet der israelitische und judäische Adel war, sowar doch in diesem Kreise dafür gesorgt, daß die Entartung nicht alsgesetzlicher Zustand anerkannt wurde, um dadurch größere Verbreitungzu finden. In derselben Zeit wurde Rom gegründet (753); das römischeGemeinwesen war von Anfang an auf Rechtsungleichheit, auf Herr-schaft von einigen Adelsfamilien gegründet, welche die Masse desVolkes, die Plebejer und Schützlinge, gesetzlich als niedrige und recht-lose Klasse behandelten. Hier durfte Niemand an diesem Zustanderütteln, wenn er nicht als Staatsverbrecher der schwersten Strafe ver-fallen wollte. Die Rechtsungleichheit und die schreiende Ungerechtig-keit und Bedrückung erhielt sich daher in Rom Jahrhunderte lang alsStaatsgrundgesetz. Und eben so war es in allen Staaten des Alter-thums. Im israelitischen Volke dagegen konnte es nie dahin kommen,daß die Ungerechtigkeit öffentlich anerkanntes Recht geworden wäre.Hier gab es Männer, welche die Verhöhnung des Rechts und dieEntwürdigung der besitzlosen Menschen mit lauter Stimme verur-theilten, die Schwachen gegenüber den Gewaltigen mit der ganzenKraft der Ueberzeugung vertheidigten. Gerade in dieser Zeit der Ent-artung unter dem judäifchen König Jotham und dem israelitischenKönig Pekach traten mehrere Gottesmänner auf, welche mit Feuer-
') Das. V. 10-12.
-) Jesaia 28, I, 3.
0) Hosea 6, 18 — 11: .-N 170 8x12" MN, wie nach I-XX zu
lesen ist. Das. 5, 10: wo- uavo nun- nv ,-n. Darauf bezieht sich auch Jesaia 28, 7:ix.i oovo, uv .n8x o--, Dieses bezieht sich auf Juda, wie der ganzeZusammenhang an die Land giebt, besonders V. 14.
->) Jesaia 2, 6—8. '