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Geschichte der Juden.
abführte i). Das Geld, viel oder wenig, gehörte dem Tempel oderrichtiger den Priestern. In Folge des Mylittenkultus stieg die Un-zucht des weiblichen Geschlechtes auf eine unglaubliche Höhe; nicht bloßJungfrauen, sondern selbst ehrbare Frauen aus den höheren Ständenlegten bei Gastmählern fremden Männern gegenüber alle Scham ab °).
Von Babel ging ein Eroberer aus, welcher die nördlichen undhöher gelegenen Stellen des Zwischenflußlandes (Mesopotamien) unter- !warf. Dieser Eroberer wird Aschur genannt, und er gründete dieLandschaft Aschur, Assyrien (^tbura), das sich um die neugegründeteStadt Ninive zwischen dem Tigris und dem großen Zab°Fluß(Iv)-ons) gruppirte. Auch Ninive erlangte eine erstaunliche Ausdehnung,„einen Umfang von drei Tagereisen," dessen Trümmer noch heute vonseiner ehemaligen Größe zeugen. Als sich die Landschaft Assyrienvon diesem Mittelpunkte aus nach West, Ost und Nord ausbreitete,machte sie sich, etwa um die Zeit der Richter (1274), von dem Mutter-staat Babel unabhängig. Da das Klima des höher gelegenen uim-vitischen Landes rauher ist, als das des Landes Sinear, so waren dieBewohner kräftiger und kriegerischer, verfielen nicht in Weichlichkeitund konnten erobernd Vordringen. Je mehr Eroberungen Assyrien machte,desto mächtiger wurde es, indem es kräftige Völkerschaften der nörd-lichen Gebirgslandschaften, Meder, Armenier, Skythen und auchdie Aramäer am oberen Euphrat unterwarf. Selbst das babylonischeMutterland gerieth in Abhängigkeit der assyrischen Könige. Assyrienwurde allmälig ein Großstaat, der zweite nächst Aegypten. Obwohles durch seinen mächtigen Aufschwung das altbabylonische Reich eineZeitlang verdunkelt und in Vergessenheit gebracht hat, so nahm es dochBabel zum Muster für alle Lebensbeziehungen. Die herrschende Klassein beiden Ländern war stammverwandt, redete auch dieselbe Sprache,die eine Mischung von verschiedenen Mundarten war; der Haupt-bestandtheil war indeß das Semitische oder Aramäische, das sich dem ^Hebräischen oder Phönicischen näherte, so weit man nach den Zahl-und Fürwörtern darüber urtheilen kann. Auch die Schrift beiderVölker war dieselbe, mit dem Grundcharakter der Pfeilfigur (Keilschrift).
Die Götter der Assyrier waren dieselben, wie die babylonischen, nurdaß sie noch einen Gott mehr hinzufügten, Aschur, den Begründer ihresLandes und ihrer Macht, den sie daher noch höher als die übrigenGötter stellten^). Die Göttin der Ausschweifung und der Fruchtbar-es Herodot I, 199.
-) Ourdins Lukas, Kesta, ^Isxauäri V., 2, 6.
01. Lknvliuson das. II, p. 229 fg. (Vgl. Schräder das. S. 128, 192 ff.)