Geschichte der Juden.
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Ueberschuß von wenigen Tagen glichen sie wieder in zehnmal sechzigJahren (Xsr) aus und bestimmten dadurch den Monat zu 29 Tagen12 Stunden und BruchtheilenZ. Erst durch die astronomische Be-rechnung der Monatsdauer war es möglich geworden, ein regelmäßigesKalenderjahr festzustellen, die Vorgänge der Zeitenflucht festzuhaltenund den Erinnerungen einen Anhaltspunkt gegen das Schwanken derSelbsttäuschung zu geben. Die Babylonier befaßten sich aber nichtbloß mit dem ausgedehnten Felde der Sternenwelt, um große Zeit-räume zu umspannen, sondern auch mit dem Winzigen und Kleinen,das kaum einen Eindruck auf die Sinne macht. Sie erfanden auchdafür einen Maßstab. Wenn die Berechnung der Umlaufszeiten derSonne und des Mondes, der Sonnen- und Mondfinsternisse, des Auf-und Niederganges der Sterne astronomisch genau sein sollte, mußtennicht bloß die großen Zeiträume der Cyklen von sechzig und sechs-hundert Jahren, die Jahre und Monate, sondern auch kleine Zeit-abschnitte von Stunden und Bruchtheilen derselben genau bestimmtwerden. Auch dafür haben die babylonischen Weisen einen Maßstaberfunden, der auch von der Menge benutzt werden konnte. Sie habenzuerst die Eintheilung der Stunden eingeführt. Für die Tagesstundenhaben sie eine Sonnen- oder Schattenuhr (,-,-a^ro?) und für dieNachtstunden ein Gefäß mit Wasser erfunden, das innerhalb diesesZeitmaßes aus einer Oeffuung abfloß ^). Selbst ein Instrument, umdie Sonnen- und Erdachse und den Stand der Jahreszeiten astro-nomisch zu bestimmen, haben sie eingeführt ^). Hand in Hand mit derMessung der Zeit ging bei ihnen die genaue Regelung des Gewichtesnnd Maßes. Ein Kubikfuß Regenwasser gab zugleich das Gewichtfür ein babylonisches Talent, und dieses wieder gab die Einheit fürGewicht, Flächen-, Hohl- und Flüssigkeitsmaße ^). Diese Meßkundeund astronomische Wissenschaft gingen von ihnen zu verschiedenen Völkernüber, selbst zu den Griechen, welche gelehrige Schüler der Babylonierwaren. Zahlen wußten die Babylonier so gewandt zu behandeln, daßsie für höhere Rechnungen (im Quadrat) Täfelchen angelegt haben, die ^unter Trümmern in Südbabylonien aufgefunden wurden^).
*) Ueber die chaldäischen Cyklen von Lassen (60 Jahren) dleren (600) und ^Laren (dem Quadrat von 60 — 3600 Jahre) bei L^neellus p. 17, vgl. die !geistvolle und einleuchtende Erklärung und Ausgleichung bei Marcus v. Niebuhr,Geschichte Assur und Babel, S. 239 sg. sUeber die Chronologie vgl. daselbstSchrader-Winckler a. a. O. S. 32? ff.)
") Herodot II, 109, Jdeler, Handbuch der Chronologie, I, S. 21ö.
ch Den haben die chaldäischen Sternkundigen erfunden, Herodot das.
Vgl. darüber Boeckh, metrologische Untersuchungen, S. 210 fg. (undSchrader-Winckler a. a. O. S. 329-sj
5) In „lournal »I tbs ^siatie Looist^ LV, x. 218", und daraus in