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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Seite
88
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88 Geschichte der Juden.

sollte er nicht Kinder zeugen, sondern sich von ihr fern halten Z undauch nicht zugeben, daß sie sich andern Männern zuwende. Dieses Ge-sicht sollte bedeuten, daß, obwohl Gott die israelitische Nation liebte, siesich doch, ehr- und pflichtvergessen, andern Göttern zuwendete undAstartenbilder und Chammongötzen liebte^). Und weiter sollte es be-deuten, daß Jsrael's Söhne lange sitzen werden ohne König und Fürsten,ohne Altar und Spitzsäule, ohne Ephod und Mumien - Hausgötter(Hisrapbim)2). Dann durch harte Drangsale belehrt, werden sie zuGott zurückkehren am Ende der Tage. Dem Königthum des Zehn-stämmereiches prophezeite Hosea völligen Untergang. Dagegen betonteer noch mehr als die zeitgenössischen Propheten den Fortbestand desdavidischen Hauses und überhaupt des Reiches Juda.

Dann werden die Söhne Jsrael's umkehren,

Aufsuchen Jhwh, ihren Gott,

Und David, ihren König,

Und werden zu Gott und seinem Gute eilen,

Am Ende der Tage."

Nebenher rügte Hosea die Kriegsniittel, auf welche der KönigUsia so viel Werth legte.

Das Haus Juda werde ich liebenUnd durch mich selbst ihnen beistehen,

Nicht werde ich ihnen beistehen durch Bogen, Schwert und Krieg,Nicht durch Rosse und Reiter."

Die Verkehrtheit in dem einen Reiche und das Unglück in demandern haben aus der Verborgenheit und Tiefe das Edelerz der pro-phetischen Beredtsamkeit an den Tag gebracht, welche, durch Inhaltund Form ausgezeichnet, eine weitreichende Wirkung erlangen sollte.Achab's und Jsebel's Frevelthaten haben Eliahu geweckt, und dieMissethaten Jerobeam's II. und seiner Großen haben Ainos von derHirtentrift und Hosea aus dem Stillleben in die Oeffentlichkeit ge-zogen, die Gedanken, die ihr Inneres durchwühlten, in fesselnder Formmitzutheilen. Ihre Schmerzen und ihre Hoffnungen, ihre Gedankenund ihre Ueberzeugungen wurden fortan Gemeingut eines größerenKreises und wirkten anregend und veredelnd. Lauschende Propheten-jünger prägten deren Worte ihrem Gedächtnisse ein oder bewahrten

*) Das. 3, 3 muß zu i'bu »m vri ergänzt werden: i'bu suw», 'm ou.

2) Das. 3, 1b o'mx giebt durchaus keinen Sinn, wie sehr sich

auch die Ausleger seit den ältesten Zeiten damit abgequält haben. sVgl. jedochNowack und Orelli z. St.s Man muß wohl dafür lesen 'o.-mi wie

Jesaia 17, 8 und 27, 9.

') Das. 3, 4. Statt nm muß man wohl lesen -wm, I,XX und Syr. habenstatt das Wort nmv.