Der Prophet Amos..
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von Samaria, über den Götzen von Dan, über die Altäre von Bethelund Gilgal, über die Wallfahrten nach Beerseba. Aber am meistenentbrannte sein prophetischer Eifer gegen die Ungerechtigkeit und Hart-herzigkeit, unter welcher die Verarmten zu leiden hatten. Amos warder erste eifervolle Kämpfer für die Hülflosen. Beachtenswerth ist esauch, daß er die Missethaten in Juda nicht mit demselben Eifer be-kämpfte, sondern eine gewisse Schonung gegen das dem davidischenHause unterworfene Reich an den Tag legte. Er bezeichnte dieSünden, welche hier im Schwange waren, nicht näher, sprach nur imAllgemeinen von ihnen:
„Wegen dreifacher Sünden Juda's
„Und wegen vierfacher werde ich es nicht abwenden.
„Weil sie die Lehre Gottes verachten,
„Und seine Satzungen nicht beachten,
„Ihre Täuschungen sie irre führen,
„Denen ihre Vorfahren nachgingen"*).
Dem Reiche Juda verkündete er vielmehr eine glückliche Zukunft.Wenn er von dem Hause Israel sagte:
„Sieh, die Augen Gottes sind auf das sündhafte Reich gerichtet,
„Ich werde es von der Oberfläche der Erde vertilgen,
so fügte er hinzu:
„Aber nicht vertilgen werde ich das Haus Jakob"^).
In seiner prophetischen Schau, daß neue Plagen über das LandHereinbrechen sollten, legte er eine Fürbitte für das Reich Juda ein:„Ich sprach: Herr Gott, unterlaß es doch, denn wer könnte Jakobaufrichten, das so klein ist"^)!
Die Schwäche, in welche Juda nach dem Tode Amazja's ge-rathen war, und von der es sich in den ersten Regierungsjahren Usia'snoch nicht erholt hatte, stimmte den Propheten Amos zum Mitleidfür dasselbe. Er wollte Volk und Königshaus, welche sich aufraffensollten, nicht noch mehr entmuthigen. Amos lebte der Ueberzeugung,daß von Juda aus das Heil für die Zukunft ausgehen würde. Erprophezeite daher die einstige Vereinigung der Bruderstämme unterdem Hause David's:
„An jenem Tage werde ich David's eingestürzte Hütte aufrichten,
„Ihre Mauerrisse wieder ergänzen;
„Ihre Trümmer wieder erheben
„Und sie aufbauen wie in früheren Zeiten.
*1 Das. 2, V. 4.
2) Das. 9, 8.
2) Das. 7, 2, 5, vgl. Note 3.Graetz, Geschichte der Juden. II. I.
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