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Geschichte der Juden.
und die wilden Thiere des Walddickichts irrten verschmachtend umher*).Die Bewohner der Städte, in denen völliger Wassermangel herrschte,wandelten verschmachtet zur nächsten Stadt, wo sie mehr Vorrath zufinden hofften, konnten ihren Durst aber nicht genügend löschen^).Diese Trockenheit herrschte über weite Strecken, auch in Gegenden, woHeuschreckenschwärme regelmäßig hausten, im Nordosten Palästinas, inder Lavagegend des Hauran. Die Heuschrecken, welche in ihrerHeimath keine Nahrung fanden, flogen über den Jordan und nagtenim Zehnstämmereich und im Lande Juda Alles ab, was die Dürrenicht vertrocknet hatte. In dichten Haufen, welche die Sonne ver-finsterten, schwärmten sie heran, und mit einem Male waren Wein-stöcke, Feigen- und Granatbäume, Palmen und Aepfelbäume kahl ab-genagt. Diese Heuschreckenverwüstung wiederholte sich mehrere Jahrehinter einander und erzeugte die Noth der Verzweiflung ^).
Im Lande Juda, das durch die Kriegsunfälle an den Rand desUntergangs gebracht war, hatte die Niedergeschlagenheit einen hohenGrad erreicht. Es schien, als hätte Gott sein Erbe, Volk, Land undTempel aufgegeben und sie der Schmach und dem Elend überlassen.Oeffentliche Trauer und Bittgänge um Abwendung des Unglücks wurdenreichlich angestellt. Biel hat Wohl der Prophet Josl, Sohn Petuel's,der zur Zeit der Noth öffentlich sprach und bessere Tage verkündete,zur Hebung des gesunkenen Muthes beigetragen. Ohne Eindruck bliebseine markige und tiefeindringliche Rede gewiß nicht, zumal die Dürreund die Heuschreckenverwüstung ein Ende nahmen, der Regen wiederFlur und Gärten zur Prangenden Blüthe trieb, Bäche und Cisternenwieder füllte und Wassermangel und Hungersnoth ein Ende nahmen.Der junge König Usia benützte sofort die eingetretene Besserung, um dieFeinde Juda's zu züchtigen. Zunächst wendete er sich gegen die Jdu-mäer, welche sein Land verwüstet hatten; er schlug sie, weil sie viel-leicht damals nicht mehr von Aegypten aus unterstützt wurden, undbrachte Edom wieder in Abhängigkeit. Selbst die Stadt Asiat amBusen des Rothen Meeres brachte er wieder an Juda, und dadurchkonnte die einträgliche Schifffahrt nach Arabien und Ophir (Indien)wieder ausgenommen werden^). Die Maonäer oder Minaer, welcheein kleines Gebiet innerhalb Jdumäa um die Stadt Maon (Maan)inne hatten, unterwarf Usia und machte sie tributpflichtig. Die Phi-lister züchtigte er, weil sie während seiner Minderjährigkeit Feindselig-es Joel 1, 17—20.
2) Amos 4, 6—8.
Josl 1, 4—12; 2, 4—9; Amos 4, 9, vgl. Note 3.
«) S. Note 3.