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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Das Erdbeben unter Usia.

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in dem Grabgewölbe der davidischen Könige beizusetzen ^). Ob er dieMörder seines Vaters bestraft hat, ist nicht überliefert. Dann machteer sich daran, die tiefen Wunden des Landes zu heilen. Schwer wardie Aufgabe, denn er hatte nicht nur gegen Feinde im Innern undin der Nachbarschaft, sondern auch gegen die Ungunst der Umständezu kämpfen. Als hätte sich der Himmel gegen das Land verschworen,brach nämlich eine Reihe von zerstörenden Naturereignissen über das-selbe herein, die geeignet waren, auch den Muthigsten niedcrzubeugenund sich stumpf und widerstandslos den Zufällen zu überlassen.

Zunächst erzitterte die Erde in Usia's Zeit und erschreckte dieBevölkerung Palästina's durch die Ungewohntheit der Erscheinung.Die leichten Häuser stürzten ein und manche Städte wurden inTrümmerhaufen verwandelt. Die Einwohner rannten unter Jammer-geschrei in wilder Flucht auf dem schwankenden Boden hin und her,jeden Augenblick gewärtig, von einem Abgrund verschlungen zu werden.Die begleitenden Erscheinungen des Erdbebens erhöhten noch das Ent-setzen. Die Sonne war durch dichte Nebel, die sich plötzlich gebildethatten, verdunkelt, und diese hüllten Alles in eine Finsterniß ein, dievon Zeit zu Zeit durch zuckende Blitze erhellt wurde und das Grausennoch vermehrte. Mond und Sterne schienen ihr Licht eingebüßt zuhaben. Das Meer brauste und tobte in Folge des Aufruhrs inseinem Bette und ließ seine betäubende Stimme weithin vernehmen.Der Schrecken des Erdbebens ebregte in den Gemüthern um so mehrEntsetzen, als ein Prophet im Zehnstämmereich zwei Jahre vor demEintreffen desselben es im Voraus verkündet hatte. Im Namen Gottessprach der Prophet Amos:Sieh', ich werde unter euch den Bodenknarren lassen, wie der Wagen knarrt, der voller Garben ist. UndFlucht wird den Leichtfüßigen schwinden, und der Held wird sich nichtretten können, der Bogenschütze wird nicht Stand halten, der Reitersein Leben nicht retten, und der Beherzteste unter den Helden wird anjenem Tage nackt entfliehen" -). Das Eintreffen der drohenden Ver-kündigung erfüllte die Gemüther mit Angst, der Weltuntergang schien nah.

Kaum war dieser Schrecken vorüber, als ein neues Unglück, herein-brach. Die regelmäßigen Regenniederschläge blieben aus, auch derThau erfrischte nicht die Felder, eine anhaltende Dürre ließ die Gräservertrocknen, die Wasserbehälter versiegten, die Sonne glühte wie Feuerund verwandelte Trift und Ackerland in Wüste. Nicht bloß dieMenschen, sondern auch das Vieh lechzten nach Erquickung und Nahrung,

h Könige II, II, 20, 22; vgl. I, S. 473 fg.

-) Amos 2, 1318.