Drittes Kapitel.
Die letzten Jehuiden und die Usianische Zeit.
Elende Lage Juda's, erschreckende Naturereignisse: Erdbeben, Dürre und Heu-schreckenverwüstung. Usia's Regierung. Unterwerfung der Nachbarvölker-schaften. Befestigung Jerusalems. Neue Schifffahrt auf dem Rothen Meere.Jerobeam's II. Machtvergrößerung. Reichthum in beiden Reichen. Sitten-verderbniß im samaritanischen Reiche. Die Prophetenjünger. Der ProphetAmos; die prophetische Beredsamkeit. Joel und seine prophetische Redekunstund Verheißungen. Der Prophet Hosea, Sohn Beeri's. Die Prophezeihungvom ewigen Frieden. Ein Psalm aus dieser Zeit. Verschwörung gegen denletzten Jehuiden, Zacharia, ermordet durch Schallum. Menahem, MörderSchallum's, Bürgerkrieg. Usia's letzte Regierungsjahrc. Reibung Mischendem Königthum und dem Hohenpriesterthum. Usia's Anmaßung, als Priesterzu fungiren. Seine Aussatzkrankheit und Entfernung von der Regierung.
(Um 805 — 758.)
Das Reich Juda, oder das Haus Jakob war nach Amazja's ge-waltsamem Tode durch Zerrissenheit im Innern und Angriffe vonAußen so außerordentlich geschwächt, daß es zur Schmach unter denVölkern geworden war. Ein zeitgenössischer Prophet nannte es daherdie „einstürzende Hütte David's" und rief öfter aus: „Wer wirdJakob aufrichten, da es doch so klein ist" Z? Und aus dieser Schwächeund Niedrigkeit hat es sich wieder aufgerafft und sich zu einer so be-deutenden Macht erhoben, daß es den feindlichen Nachbarn Schreckeneinflößte. Zunächst mußte im Innern die Zerrüttung beseitigt werden.Gegen die vornehmen Geschlechter, welche zum zweiten Male einenKönigsmord begangen und dadurch Verwirrung erzeugt hatten, standdas ganze Volk Juda's auf und rief den jungen Königssohn Asariaoder Usia zum König aus. Dieser sechzehnjährige König, der eben-falls wie sein zeitgenössischer König Jerobeam II. lange regierte (»m805 — 755), besaß Thatkraft, Entschlossenheit und Umsicht, und da-durch ist es ihm gelungen, die zusammenstürzende Hütte David's wiederaufzurichten. Seine erste Sorge war, den Leichnam seines Vaters,welcher in Lachisch beigesetzt war, nach Jerusalem zu bringen und ihn