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2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
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Geschichte der Juden.

mehr die Großen, die Fürsten Juda's, unzufrieden mit ihm. Er hattedurch Ueberhebung das Land geschädigt, Jerusalem war durch seineunüberlegte Eroberungs- und Kriegslust seines Festungsschutzes beraubt,jedem feindlichen Einfall zugänglich. Die Geiseln, welche für dieFortdauer der Demüthigung Bürgschaft leisten sollten, waren ohneZweifel Söhne der angesehensten Familien und mußten in der Ver-bannung leben. Diese Unzufriedenheit mit dem König Amazja er-zeugte eine Verschwörung der Großen gegen ihn; es scheint ein blu-tiger Kampf in Jerusalem ausgebrochen zu sein, das Volk nahmentweder Partei für die Verschwörer oder verhielt sich theilnahmlos.Amazja war hilflos und suchte sein Heil in der Flucht. Aber dieVerschworenen verfolgten ihn bis Lachisch (etwa 15 Stunden südöst-lich von Jerusalem) i), das auf einem Hügel lag, wo er Zuflucht ge-sucht hatte, und rödteten ihn daselbst 2). Es war schon der dritteKönig aus dem davidischen Hause, welcher durch das Schwert umkamund der zweite, welcher durch eine Verschwörung fiel.

Nach Amazja's Tode erlebte Jerusalem und das judäische Landnoch unglücklichere Tage. Die Fürsten Juda's, welche den König ge-stürzt und getödtet haben, scheinen die Zügel der Regierung, deren siesich bemächtigt hatten, nicht aus den Händen gegeben zu haben. Dereinzige hinterlassene Sohn Amazja's, Namens Asarja (Azaria, ab-gekürzt Usia), war noch ein Kind von etwa vier oder fünf Jahren, undrings herum hatte das Land nichts als Feinde. Diesen Zustand derSchwäche und Hülflosigkeit benutzten zunächst die Jdumäer, welche vonAmazja geschlagen und gedemüthigt worden waren. Sie unternahmeneinen Rachezug gegen das Reich Juda, und Aegypten stand ihnen dies-mal eben so zur Seite, wie zur Zeit Rehabeam's (o. S. 7). Sievergossen viel Blut, machten Gefangene, drangen bis Jerusalem vor,dessen Mauerbreschen noch nicht ausgebessert waren, und führten vieleLeute als Gefangene hinweg. Näheres über diesen kriegerischen Ein-fall der Jdumäer ist nicht bekannt geworden. Einige Gebiete scheinenin dieser Zeit von Juda losgetrennt und theils zu Edom, theils zuAegypten geschlagen worden zu sein. Die rauhen Krieger tauschtenjudäische Knaben und Mädchen, die sie zu Gefangenen gemacht hatten,

Z Da Eusebius' Onomasticon angiebt, daß Lachisch, noch zu seiner Zeit einDorf dieses Namens, 7 röm. M. südlich von Eleutheropolis (Beit-G'ibrin) lag,so ist wohl die Jdentificirung desselben mit dem jetzigen Umm-Lakis, etwa31/2 Stunden südwestlich von Beit-G'ibrin, richtig. Bei Umm-Lakis finden sichnoch Ruinen einer alten Stadt. (Bgl. dagegen Buhl, Geographie des altenPalästina, S. 191 sg.)

2 ) Könige das. 14, 19.