Ausbesserung der Tempel-Schäden. 55
In Jerusalem war das Augenmerk besonders auf das Heiligthnmund das Gesetz gerichtet, seitdem Jojada sich als strenger Hüter der-selben bewährt holte. Der Tempel hatte unter Athalia Beschädigungenerlitten. Nicht bloß die Cedernholzbekleidung von Gold war stellen-weise zerstört, sondern auch Quadern der Mauer waren gewaltsamausgebrochen und auch andere Stellen waren schadhaft geworden. Eswar daher für den jungen König Joasch im Beginn seiner Regierungeine wichtige Angelegenheit, diese Schäden ausbessern zu lassen, undJojada hat wohl darauf gedrungen; allein die Mittel fehlten dazu,denn der etwaige Tempelschatz, angesammelt von den Weihgeschenkender früheren Könige und den frommen Spenden, war ohne Zweifelvon Athalia daraus entfernt und für den Baalknltus verwendetworden. Ter König erließ demzufolge einen Befehl an die Priester,Gelder zur Ausbesserung der Schäden zu sammeln; sie sollten dieseSammlung als eine eigene Angelegenheit mit Eifer betreiben. Regel-mäßige Tempelabgaben bestanden damals noch nicht, und es war auchkein Bedürfniß dazu vorhanden; der fromme Sinn Einzelner spendeteWeihgeschenke. Sonst war es eingeführter Brauch bei jeder erneutenVolkszählung, daß jeder Kriegsfähige vom zwanzigsten Jahre an einekleine Münze (einen halben Sekel) als Sühnegabe lieferte zur Ver-hütung einer Seuche, welche von der Kopfzählung befürchtet wurde.Ferner pflegten Männer und Frauen nach überstandenen Gefahreneine Spende für den Tempel, öfter im Werthe der eigenen Person,zu geloben. Auf Joasch's Befehl sollten die Priester diese eigenartigeKopfsteuer und sonstige Spenden in Folge der Gelübde von den Be-treffenden eintreiben, wenn sie in der Leistung säumig waren. JederAhronide sollte von seinen Bekannten diese Gelder an sich nehmenund von der gesammelten Summe sollten die Schäden des Tempelsausgebessert werden *). Indessen sei es, daß die eingelanfenen Geldernicht genügt, oder daß die Priester sie zu eigenem Bedarf verwendethaben, die Tempelschäden blieben lange unausgebessert. Endlich trugder König dem Hohenpriester Jojada auf (um 864), dem Volke selbstdie Angelegenheit an's Herz zu legen. Eine Lade, mit einer Oeffnungversehen, wurde im Tcmpelvorhofe ausgestellt, in welche Jeder, den
*) Könige II, 12, 5—9 ist ein wenig dunkel; der Verf. der Chronik hat dieErzählung entweder geflissentlich geändert oder nicht mehr recht verstanden.
qor ist wohl nichts anderes, als das, Exodus 30, 13 —15 angegebenec'ipr.n hp '' - -i°o, und zwar hpv.n Es ist also eine Kopfsteuer für
die Volkszählung, wip irm entspricht dem in Leviticus 27, 2—8 ange-
gebenen mwe: qrip. Es sind also zweierlei bestimmte Einnahmequellen angegeben:Kopfsteuer für die Zählung und Gelübdeverpflichtung, inu qoo hohp sind freiwillige Spenden.