Unbekanntschaft des Volkes mit seiner Lehre.
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Das enge Bündniß mit Tyrus hat den beiden Reichen kein Glückgebracht. Mutter und Tochter, Jsebel und Athalia, glichen ihrerGöttin Astarte, der Urheberin von Verderben, Tod und Untergangs).Viele Anhänger scheint Achab's Tochter in Jerusalem nicht gehabtzu haben; sie fand in der Stunde ihres Todes keinen Annehmer. IhreBaalspriester konnten ihr nicht helfen, sie waren selbst hülflos. Auchsie fielen dem Zorn des Volkes zum Opfer.
Jojada, welcher die große Umwälzung geleitet und herbeigeführthat, war darauf bedacht, Vorkehrungen zu treffen, daß solche traurigeErscheinungen sich nicht in Jerusalem wiederholen sollten. Er benutztedie freudige und gehobene Stimmung des jungen Königs und desVolkes, um die Spuren des Baalkultns zu entfernen und treue An-hänglichkeit an den Gott der Väter in den Gemütheru anzufachen.Im Tempel forderte er König und Versammlung auf, es feierlichauszusprechen, daß sie fortan ein Volk Gottes fein wollten, daß sieihm treu dienen und keinen Götzen neben ihm verehren würden. DasVersprechen, welches der König und das Volk laut ausriefen, wurdedurch ein Bündniß besiegelt^). Jojada scheint noch mehr gethan zuhaben, um diesem zum ersten Male in feierlicher Weise abgelegtenreligiösen Bekenntniß Festigkeit und Dauer zu geben. Das Gesetzbuchund die Lehren, welche auf Mose zurückgeführt wurden, waren bishernur im Kreise der Ahroniden und Leviten gehegt worden, das Volkhatte kaum eine geringe Kunde davon; nur durch dunkle Ueberlieferungenwar es ihm bekannt, daß der Gott seiner Väter seine Vorfahren ausAegypten befreit, sich ihnen auf dem Sinai geoffenbart, für sie Wundergethan und sie in das Land geführt hat. Es fühlte sich Wohl alsVolk Gottes, aber es wußte nicht recht, welche Pflichten ihm dieseEhre auferlegte. Selbst das Zehnwort war dem Herzen des Volkesnicht nahe gerückt, die Tafeln, die es enthielten, lagen da in derBundeslade, im Allerheiligsten, als ein uraltes, heiliges Denkmal. Esbetrachtete die Bundeslade aber als Schutzmittel; daß diese Tafelnsein Thun und Lassen regeln sollten, das war ihm nicht recht klar.Es ist erstaunlich, daß die Lehre dem eigenen Träger unbekannt war,aber es ist eine Thatsache. Die Ahroniden und Leviten hatten bisherdas Volk mit seinem ehrwürdigen Schriftthume nicht bekannt gemacht.Wie die ägyptischen und vielleicht auch die griechischen Priester eine
*) Dlantus inereator IV. se. 5:
Diva ^.starte, Iiominuiu äsorumgus vis, vita, salus rursus saäam
guas sst
Dernieies, inois, intsritus . . .
2) Könige II, II, 17.