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Geschichte der Juden.
zweifache Religion bekannten, eine äußerliche, aus Opfern und Ritenbestehend, für die Uneingeweihten, und eine innere, gewisse Lehren undUeberlieferungen enthaltend, für Geweihte, so scheinen auch die israelitischenPriester die ursprünglich für das ganze Volk geoffenbarte Lehre alszu hoch und unverständlich für Uneingeweihte ihnen fern gehalten zuhaben. Erst der Hohepriester Jojada scheint diese Schranken auf-gehoben und das Volk mit dem Inhalt der Gesetze vertraut gemachtzu Habens. Solche Abschnitte, welche für die damalige Lage passendschienen, hat wohl Jojada bei dieser Gelegenheit aus einer Mose-Rollevorgelesen. In einem Abschnitte wird von einer zweiten OffenbarungGottes an Mose auf dem Sinai erzählt. Als das Volk wegen seinerbnndesbrüchigen Verehrung des goldenen Kalbes in der Wüste vonNeuem belehrt werden mußte, hat Gott ihm vom Berge zngerufen,daß er zwar gnädig, barmherzig, langmüthig, voll Liebe und Treuesei, seine Gnade Tausenden von Geschlechtern bewahre und sie nichtvernichte, daß er aber auch ein eifervoller Gott sei und die Sündender Väter an dem dritten und vierten Geschlechts heimsuche. VonNeuem hat Gott mit dem Volke ein Bündniß geschlossen und ihm ver-heißen, ihm Wunder zu thun, wie sie auf der ganzen Erde und unterallen Völkern nicht vorgekommen sind. Er hat aber gewarnt, mitden götzendienerischen Völkern des Landes einen Vertrag einzugehen,weil ein solcher dem Volk nur zum Unheil gereichen werde. DieGötzenaltäre sollten vielmehr zerstört, die Spitzsäulen zerbrochen, dieAstartenbäume umgehauen werden. „Du sollst nicht einen andern Gottanbeten, denn Jhwh ist ein eifervoller Gott." In Folge des Bünd-nisses mit den Nachbarn würden Mischehen entstehen und die götzen-dienerischen Töchter würden die israelitischen Söhne zu ihren Götternhinüberziehen 2). Ueberhaupt soll das Volk keine Götter aus Erzhaben. Beim Anhören dieses Abschnittes, sobald er verlesen wurde,mußten die Anwesenden sich von der Wahrheit desselben getroffenfühlen. Jedes Wort Paßte auf ihre damalige Lage ganz besonders.
*) Daß der Pentateuch oder auch nur der Tetrateuch zur Zeit der Richterund selbst zur Zeit David's und Salomo's nicht bekannt war, ist so augenfällig,daß die Thatsache nicht bewiesen zu werden braucht. Erst in der GeschichteAmazia's wird auf das Gesetzbuch Mose's hingewiesen. Auf welche Weise wardie Lehre dem Volke bekannt geworden? Ein Psalm aus der nach-Usianischen Zeit giebtden Modus der Belehrung an (Ps. 78, 5—6) cv upv: cpu
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Deutlich genug ist hier angegeben, daß die Belehrung lediglich mündlich war.Aus dem Segen Mose's (Deuteron. 33, 8) geht hervor, daß die Belehrungvom Stamme Levi ausging. Vgl. Note 6.
') Exodus 37, 16 fg.