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Geschichte der Juden.
und sein Heer angewiesen, hätte es Achab vielleicht gar nicht unter-nehmen können, Ramot-Gilead durch Waffengewalt erzwingen zu wollen.Da kam ihm der Besuch des Königs Josaphat von Juda (918 bis895) zu Statten, mit dem er eine enge Bundesgenoffenschaft hatte.Mit ihm vereint, wagte er es, kriegerisch gegen Ben-Hadad vorzu-gehen. Es war in der That etwas Ueberraschendes, daß die Vertreterder beiden einander feindlichen Reiche einander so nahe gerückt waren,daß der Eine dem Andern in dessen Hauptstadt einen Besuch machte.Es war um so auffallender, als Josaphat den götzendienerischenUnfug Achab's und Jsebel's verabscheuen mußte. Denn in seinemLande war er beflissen, die Reinheit des Kultus zu erhalten und vonfremden Einflüssen zu säubern. Den Rest der Astartenbnhlermnen,der noch von seiner Großmutter Mascha geblieben war, verjagte eraus dem Lande *). Wenn Josaphat auch nicht ein so eifriger Ver-fechter der alten Lehre war, wie die spätere Zeit sich ihn dachte^),so mußte ihn doch die gewaltsame Einführung des Baal- und Astarten-kultus in Samaria und die blutige Verfolgung der Propheten empören.Nichts desto weniger unterhielt er ein inniges Freundschaftsverhältnißmit dem Hause Omri und trug kein Bedenken, Achab's Tochter Athaliaseinem Sohne Jehoram als Frau zuzuführen und sich solchergestaltmit dem götzendienerischen Hause zu verschwägern b). Politische Gründehaben wahrscheinlich dabei den Ausschlag gegeben. Denn Josaphatwar eben so wenig kriegerisch wie Achab und mochte sich durch An-lehnung an das stärkere Zehnstämmereich besser gegen feindliche An-griffe haben schützen wollen. Zwar scheint Jdumäa wieder inAbhängigkeit von Juda gekommen und von einem Landvogt (iMrab)beherrscht worden zu sein^). Es ist aber nicht erzählt, daß Josaphatdie Obmacht über dieses Land durch Waffen erlangt hat. Auch sonstwar er vom Glück nicht besonders begünstigt. Im Besitz von Jdumäanahm er zwar von dem Hafeuplatz Eziongeber aus die Schifffahrt nach
1) Könige I, 22, 47.
2) Chronik II, 17, 6 sg. im Gegensatz zur nüchternen Erzählung Königedas. u. V. 43—44. Die Thatsache von der Einsetzung der Richter und von demfeindlichen Einfall der Ammoniter und Moabiter und der Bewohner des BergesSe'ir in Juda, die in Chronik erzählt wird, ist von zweifelhafter geschichtlicherWahrheit. sVgl. Wellhausen, Prolegomena zur Gesch. Israels, 3. Aufl.,S. 196 sg. u. dagegen Ewald, Gesch. Israels III. 509 fg. u. Oettli a. a. O.S. 114.)
l>) Könige II. 8, 18, 26—27.
Das. I, 22, 48. Der Ausdruck an ist sehr dunkel; das Wortfehlt noch dazu in der griechischen und syrischen Version; aus II, 8, 20 fg. folgtindeß, dah Edom unter Josaphat in Botmäßigkeit von Juda war. sVgl. Ztschr.f. alttestamentl. Wissensch. V, 178.)