Jsebel's Ruchlosigkeit.
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ihres Geburtslandes oder aus politischer Berechnung, um das israelitischeVolk mit ihrem Geburtslande innig zu verschmelzen, Tyrier undIsraeliten zu einem einzigen Volke zu machen. Sie unternahm dasvon Omri begonnene Werk mit Thatkraft und Rücksichtslosigkeit undriß ihren Willensschwächen Gatten zu allen Gewaltsamkeiten und Frevel-thaten fort*). Sie führte das Scepter, und Achab war nur ein Werkzeugin ihrer Hand^). Durch Jsebel's finsteren, trotzigen Sinn und ihrevor nichts zurückschreckende Thatkraft entstand eine Gährung und Be-wegung im Zehnstämmereich, welche zu blutigen Auftritten führte, aberauch wie ein zerstörendes Unwetter eine Luftreinigung zur Folge hatte.Zunächst ließ Jsebel in der Hauptstadt Samaria einen großen Baal-tempel errichten 2). Zu einem solchen Tempel gehörten drei Altäre,Bilder und Spitzsäulen, welche einer Art göttlicher Dreieinigkeit ge-weiht waren: dem Baal, seiner Ehehälfte Astarte und dem Gott derGluth oder Zerstörung (Noloeli, Otmmmou)*). Für diesen Kultuszog Jsebel einen Schwarm von Priestern und Propheten für die beidenHauptgötzen in das Land, 450 für den Baal- und 400 für den Astarte-Dienst, welche auf Kosten des Königshauses unterhalten und zur Tafelder Königin zugezogen wurden^). Diese versahen zum Theil dasOpferwesen in Samaria und zum Theil durchstreiften sie wie rasenddas Land, um in Städten und Dörfern ihr Unwesen zu treiben. Diephönicischen Priester oder Propheten zogen nämlich Frauengewänderan, bemalten Gesicht und Augen nach Weiberart, hatten die Arme biszur Schulter entblößt, trugen Schwerter und Beile, auch eine Geißel,Klappern, Pfeifen, rauschende Cymbeln und Pauken. Unter Tanz undGeheul drehten sie sich im Kreise, senkten abwechselnd das Haupt zurErde und schleiften das Haar im Straßenkoth. Dann zerbissen siesich die Arme und schnitten sich in den Leib mit den Schwertern undMessern, bis Blut herausfloß, das sie der blutdürstigen Göttin opferten.In der Raserei pflegten sich einige derselben zu entmannen und einenscheußlichen Aufzug zu machen Tempeldirnen (Ksclssoküt), welcheihr Schandgewerbe zu Ehren der Astarte und zum Gewinn der Priestertrieben, haben gewiß auch nicht gefehlt^). Mit dieser Schaar von
fl Könige I, 21, 25. 2 ) Das. 2l, 8.
fl Das. I, 16, 32; II, 10, 21; 25—27.
fl Vgl. Movers Phönicier I, S. 674 fg. Daß mehrere Altäre und NW 22 .d. h. konische, phallusartige Säulen, im Baaltsmpel ausgestellt waren, folgt ausKönige II, 10, 26 (vgl. UXX) und 11, 18. fVgl. Pietschmann a. a. O. S. 204 ff.fi
fl Könige I, 18, 19, 22.
fl Vgl. bei Movers das. S. 682 die Belege. fPietschmann a. a. O. S. 164.s
fl Es ist ausfallend, daß in der Geschichte Achab's und Jsebel's nichts vonn,Dip erwähnt wird; sie gehörten aber streng zur nivn o. S. 15 und Könige II, 23,7.