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Geschichte der Juden.
gerissen hatten. Im Lager verschwor sich ein Krieger ans dem StammeJsaschar, Namens Baescha (Baascha) gegen ihn und tödtete ihn.Vom Lager zog er nach der Hauptstadt Thirza und vernichtete dasganze Haus Jerobeam's (954). Der Begründer dieses Hauses warnicht von einem Propheten gesalbt worden, er galt nicht für unver-letzlich wie Saul und David, daher scheute sich die Mörderhand nicht,seinem Sohn den Tod zu geben. Baescha eröffnete die Reihe derKönigsmörder im Zehnstämmereich, die noch mehr zur Zerrüttungdesselben beigetragen haben. Nach der geschehenen Unthat nahm erBesitz von Thron und Reich (954 — 933). Er behielt Thirza alsHauptstadt des Reiches bei, weil sie mehr in der Mitte lag und bereitsbefestigt war. Hätte Baescha den Stierkultus abgeschafft, so hätte ervielleicht die Besseren im judäischen Reiche an sich gezogen, da diesewohl über die götzendienerische Neuerung der Maacha aufgebracht waren,die noch schlimmer als jener war, weil sie mit unzüchtigen Aus-schweifungen der Tempeldirnen gepaart war. In Jerusalem scheintauch eine solche Befürchtung aufgetaucht zu sein, aber Aßa beeilte sich,die Folgen abzuwenden. Entweder auf eigene Anregung oder voneinem Propheten aufgefordert, entriß er der Königin-Mutter die Zügelder Regierung, hob ihren Astartenkultus auf, entfernte die Tempe!-buhlerinnen und verbrannte das Schambild, welches Maacha zur An-betung aufgestellt hatte, im Thale Kidron. Durch diese entschlosseneThat gewann Aßa die Herzen der Besseren im judäischen Reiche.
Zwischen den beiden Reichen wiederholten sich unter Aßa undBaescha die alten erfolglosen Fehden. Aßa soll einige Städte vonEphraim erobert und seinem Reiche einverleibt haben *). Um vor Judasicher zu sein, scheint auch Baescha ein Bündniß mit Aegypten geschlossenund dieses aufgestachelt zu haben, seinen Gegner mit Krieg zu über-ziehen. Ein ägyptischer Feldherr Namens Ser ach (Osorkou?) zogmit einem zahlreichen Heere von Aethiopiern heran und drang bisMarescha vor (etwa 10 St. südwestlich von Jerusalem). Aßa zog ihmindeß mit dem Heerbann von Juda und Benjamin entgegen, schlugdas äthiopische Heer nördlich von Marescha, verfolgte es bis in dieGegend von Gerar und brachte zahlreiche Beute nach Jerusalem (um943)2). Durch den Sieg gegen das ägyptisch-äthiopische Heer kühner
9 Könige I. 15, 32; Chronik II. 15, 8.
9 Chronik II. 14, 8 fg. Diese Relation scheint historisch zu sein, weilLokalitäten darin genau angegeben sind. Einige Aegyptologen haben den Feldherrnnii mit dem ägyptischen König Osorkon I. (Uasarken) identificirt, andere dieJdentificirung verworfen (Brugsch, Uistoirs ä'Üg-^pte, p. 228). (So auchEbers bei Riehm-Bäthgen s. v. Serahj. Es spricht nämlich dagegen, daßder ägyptische König Osorkon nicht Aethiopier genannt werden könnte und