Druckschrift 
2. Geschichte der Israeliten vom Tode des Königs Salomo (um 977 vorchr. Zeit) bis zum Tode des Juda Makkabi (160) 1 (1902) Vom Tode des Königs Salomo bis zum babylonischen Exile (586)
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

Juda unter Rehabeam.

15

in ihrem Palast auf, unterhielt dazu Tempeldirnen und ließ nochetwas Schandbareres (Lliplllsrst) anfertigen, dessen Bedeutung denSpäteren glücklicher Weise abhanden gekommen ist. Rehabeam duldetedieses Alles, aber weit um sich gegriffen hat diese unzüchtige Neuerungnicht. Jndeß, wenn auch götzendienerische Verkehrtheit im Reiche Judanicht Platz gegriffen hat, so war doch der Aufschwung zu einer höherenGesittung seit Rehabeamss Regierung gehemmt. Es trat eine Mattigkeitein, als wenn das Volk bereits von Altersschwäche befallen wäre.Fast zwei Jahrhunderte vergingen, ehe sich wieder ein hoher Geistesflugkund gab. Kein Prophet ließ seine weckende und rügende Stimmevernehmen, uni der Ermattung Einhalt zu thnn. Es werden aller-dings einige Propheten aus Juda genannt, Schema ja und Jddo*),aber die Erinnerung weiß nichts von ihren Thaten und Reden zuerzählen. Ruhmlos verging Rehabeam's siebzehnjährige Regierung(97796 l) und rühmlos seine Zeit. Die dreijährige Regierung seinesSohnes Abijam (960958) war ihr ähnlich. Auch er führte kleineFehden mit Jerobeam, die keinen Erfolg hatten^). Auch er duldetedie götzendienerischen Gräuel seiner Mutter Maacha. Da Abijam,wie es scheint, jung starb und keine Nachkommen hinterließ ^), so kamsein Bruder Aßa zur Regierung (957918). Auch er war noch jung,und die Königin-Mutter Maacha führte Anfangs die Zügel der Regie-rung^). Es scheint, daß sie ihrem götzendienerischen und unzüchtigenKultus unter seiner Regierung eine größere Ausdehnung gegeben hatoder geben wollte; es wäre dadurch im Reiche Juda selbst ein Rißausgebrochen. Aber eine Revolution im Zehnstämmereich verhindertedieses Unterfangen und führte eine andere Wendung herbei.

Nadab, welcher nach Jerobeam's Tod auf den Thron folgte(um 955954), unternahm einen Krieg gegen die Philister und be-lagerte die danitische Stadt Gibbton, welche die Philister an sich

*) S. o. S. 6 und Chronik II. 12, 15; 13, 22.

2) Was in Chronik II. 13, 19 erzählt wird, Abijam habe Jerobeam Bethel,Jeschanah und Ephrain abgenommen, ist verdächtig, da Bethel, Sitz desgoldenen Stieres, dem Zehnstämmereich bis zum Untergange geblieben ist, KönigsII. 23, 15 fg. (Vgl. dagegen Oettli in Strack-Zöckler's Kurzgef. Commen-tar re. VIII, S. 103.)

2) Was Chronik das. 13, 21 von Abijanrs 22 Söhnen und 16 Töchternerzählt, kann nicht historisch sein. Vgl. o. S. 14 (und die Bemerkung dazu).

Das folgt aus dem Ausdruck Könige I. 15, 13 .i-rrm, denn rn-r:

bedeutet Königin-Mutter, welche während der Minderjährigkeit des Sohnesregiert. Vgl. Könige II. 24, 8, 15, mit Jeremia 22, 26 und 13, 18, wo Nechuschta,die ibrm ax, .iwoz genannt wird. Ebenso wird Jsebel genannt, Könige II.10, 13.