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Geschichte der Juden.
eine Reihe von Halbfignren (156) in halberhabener Arbeit abgebildet,welche durch die Schlingen nm den Hals als Gefangene kenntlich sind.Der Gott Ammon führt sie dem siegreichen König zu. Diese Halb-fizuren, welche von der Mitte abwärts in Schilder auslaufen, stellennicht gefangene Personen dar, auch nicht den König Rehabeam (wieman früher irrigerweise vermuthet hat), sondern eine Reihe von Städten *),welche der ägyptische König unterworfen hat. In den Schildern sinddie Namen der eroberten Städte angegeben (die meisten freilich un-leserlich und unverständlich). Unter denselben sind auch einige Städtegenannt, welche Rehabeam hat befestigen lassen. In den hieroglyphischenInschriften auf einem Theil der Tempelwand preist der Gott Ammonden König Scheschenk dafür, daß er ihm Tempel in Theben und anderenStädten erbaut hat, und überschüttet ihn förmlich mit Lob, daß erVölker des Südens und des Nordens besiegt hat, so daß deren Königesich vor ihm zur Erde warfen^). Das Bündniß, welches Salomo mitAegypten geschlossen, dessen Unterpfand die ägyptische Königstochtersein sollte, war nur von sehr kurzer Dauer gewesen. Sein Sohn sollteschon die Eitelkeit solcher Bündnisse kennen lernen und erfahren, wiewenig Verläßlichkeit klug berechnete Pläne und staatsmännische Vorsichts-maßregeln gewähren. Kurzsichtig hatte Salomo in seiner Weisheitdem Bündniß mit Aegypten und der Ehe mit der Pharao-TochterOpfer gebracht, er hatte ihr einen eigenen Palast gebaut, und nurwenige Jahre nachdem er die Augen geschlossen, plünderte ein ägyptischerKönig alle Schätze und Kostbarkeiten dieses Palastes und der übrigenköniglichen Gebäude, die er zu seinem Ruhme errichtet hatte.
Mit der Herrlichkeit und Größe des von Salomo hinterlassenenReiches war es zu Ende. Es war gewissermaßen an einem Tagezusammengebrochen. Der größte Theil desselben hatte sich davon los-gerissen, und der übrig gebliebene kleinere Theil wurde ein Vasallen-land Aegyptens und mußte vielleicht an dasselbe jährlichen Tributzahlen. Die früher zinsbaren Völkerschaften, Philister und Jdumäer,haben ohne Zweifel Juda's Schwäche benutzt, um sich von ihm unab-hängig zu machen. Wurde doch Hadad von Edom ebenso von Scheschenkbegünstigt wie Jerobeam^). Herrschte Rehabeam nicht mehr über
-) S. Note I.
ch Dieselbe Note.
3) Folgt aus Chronik das. 12, 8.
4) lieber den Abfall Edom's findet sich zwar kein Beleg, aber er laßt sichvoraussetzen. Die Angabe Könige I. 22, 48 über Edom's Verhältniß zumDavidischcn Hause gehört einem halben Jahrhundert später an. Daß die Philisterobgeiallen waren, folgt daraus, daß sie mit Baescha und Omri, also mit demZehnstämmereich, Krieg führten.