Jerobeam's Bündniß und Scheschenk von Aegypten. 7
auf's fördersamste unterstützt. Dieser soll ihm sogar die ältere Schwesterseiner Frau, Namens Ano*), vermählt haben, wie er eine andereSchwester derselben dem idumäischen Königssohne, der ebenfalls Schutzbei ihm gesucht, gegeben hatte. Scheschenk hat ihm auch wahrscheinlichMittel zur Rückreise nach seinem Vaterland gewährt. Mit ihm scheintJerobeam ein Bündniß gegen Juda geschlossen zu haben. Dadurchwar Rehabeam verhindert, einen Krieg im Großen gegen Israel zuunternehmen. Um sich zugleich von ägyptischer, wie von israelitischerSeite zu schützen, ließ Rehabeam eine Reihe von Festungen in einemUmkreise von mehreren Stunden rings um die Hauptstadt anlegen,mehr nach Süden und Westen als nach Nordens. In der Stundeder Noth bewährten sie sich aber durchaus nicht. Schischak unternahmnämlich einen umfassenden Kriegszug gegen Rehabeam in dessen fünftemRegierungsjahr (um 972) mit einer erdrückenden Zahl von Fußvolk,Reiterei und Kriegswagen. Auch Nubier und Aethiopier und nochandere Völkerschaften waren in seinem Gefolge. Von der Ueberzahl über-wältigt, ergaben sich die festen Städte nach einander dem ägyptischenHeere, und Schischak drang bis Jerusalem vor. Wie es scheint,unterwarf sich auch die Hauptstadt ohne Gegenwehr; darum begnügtesich der Aegypterkönig mit der Erbeutung der Schätze, die Salomo inPalast und Tempel niedergelegt hatte, nahm alles Gold, das sich inJerusalem befand, auch die goldenen Schilder und Speere, mit welchendie Trabanten den König bei seinem Zug nach dem Tempel zu begleitenpflegten, ließ aber das Königreich Juda bestehen, schleifte nicht einmaldie Mauern Jerusalems und ließ auch Rehabeam auf dem Thrones.Bei seiner Rückkehr ließ Schischak seine Kriegsthaten und Siege überJuda und andere Gebiete in Schrift und Bild verewigen. In denRuinen eines Tempels in Theben ist noch an einer erhaltenen Wand
Z Zusatz in den l-XX zu Könige I, 12, 15 fg. im vatikanischen Text. Dieserapokryphische Zusatz enthält zwar viel aus der Relation von Hadad l,XX das.11, 19 sg. Allein, da mancher Zug in der Relation von Jerobeam verschiedenist, und da der Name der Prinzessin zweimal genannt wird: so kann dieser
Zusatz doch möglicherweise aus einer alten Schrift entlehnt sein. Allerdings istes verdächtig, das; Jossphus diese Relation nicht gekannt hat. sVgl. A. Kloster-mann in Strack-Zöckler's Kurzgef, Commentar re. Bd. III zu I. Könige 11, 19 f.u. 14, 1 und Benzinger zu I. Königs 11, 19 f.j2) Chronik II, 1l, 6—11.
") Könige das. 14, 25 fg. Chronik II. 12, 2 fg. Daselbst V. 3 ist unterNubier zu verstehen, wie Hitzig richtig annimmt, und anstatt o'-rs wohl zulesen eine Völkerschaft Put, welche in der Bibel häufig und auch in
ägyptischen Inschriften genannt wird- unter dem Namen ?unt. In der hebrä-ischen Benennung ist die Liquida : absorbirt, wie inii für 4im.