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Geschichte der Juden.
eben hat Hadrian, um nicht in Kriege verwickelt zu werden, den Parthern,Ägyptern, Lyciern, wie auch den Palästinensern, Zugeständnisse gemacht.Man darf auch das psychologische Moment hinzunehmen, daß Hadrian mit demUnterlassen kriegerischer Unternehmungen verhüten wollte, daß die siegreichenFeldherren Trajans, seine Nebenbuhler, ihm nicht über den Kopf wüchsen.Gregorovius bemerkt annähernd richtig: „Man darf glauben, daß ihn (Hadrian)Gesandte auch des Synhedrions in Antiochien ausgesucht haben, um die Klagenund Wünsche ihres Landes ihm vorzutragen." Zu einem Vortrag beim Kaiserkönnen nur des Griechischen kundige Männer delegiert worden sein;aber Mitglieder des Synhedrions, d. h. des damaligen Tannaitenkreises, soweitwir sie kennen, waren nicht s?j geeignet, in griechischer Sprache Klagen undWünsche in der Form unterwürfig, in der Sache aber dringlich, vorzubringen.Geeignet zu einer solchen Gesandtschaft waren lediglich s?j Julianus undPappos, welche aus griechisch redendem Lande waren und inder Judenheit das höchste Ansehen hatten. Der Wunsch, den dieGesandten vor Hadrian aussprachen, war gewiß der Tempelbau.
Wir kommen nun wieder auf dieses Brüderpaar zurück. Das Zugeständniszur Restauration des Tempels war von Hadrian bewilligt. Nun wurden Vor-bereitungen dazu getroffen. Im Vordergründe stehen wieder Julianus undPappos. Sie stellen Wechseltische von Antiochien bis Ptolemais auf, siesammeln die Spenden, sie sorgen für diejenigen, welche aus Babylonien nachPalästina gekommen waren, um sich an dem großen Ereignis zu beteiligen.Das alles geschah im Beginne der hadrianischen Regierung 117—118. Dannentschwinden Julianus und Pappos unseren Blicken und tauchen erst wiederzur Zeit des Hadrianischen Neligionszwanges auf, also wohl nach Beendigungdes Betharschen Krieges 135. Man verlangt von ihnen zum Scheine Heiden-wein zu trinken, sie verweigern es und werden hingerichtet. Sie sind dieMärtyrer von Lydda, welche die Sage selig sprach. Infolge der Trauerum ihren Tod ist der Trajanstag aufgehoben worden.
Bisher kennen wir lediglich ihre griechischen Namen. Wir wissen aberauch, daß einer von ihnen auch den hebräischen Namen Schemaja geführthat. Denn die Umwandlung des Trajanstages in einen Trauertag motivierteine Quelle: weil Julianus und Pappos hingerichtet worden sind, anowe, cimbsi -i.mv -ws p'i> 2 , und eine andere Quelle: weil Schemaja undsein Bruder hingerichtet worden sind: vnn,
Die Identität des Schemaja mit Julianus (oder Pappos) liegt auf der Handund ist auch von Dsrenburg erkannt worden. Also einer von ihnen hatteneben dem griechischen Namen auch den hebräischen Namen n-xLw.Daraus läßt sich schließen, daß der andere ebenfalls einen hebräischen Namengeführt hat. Wie mag er gelautet haben? Eine merkwürdige Tradition führtdarauf — wenn ich nicht irre.
Samuel der Jüngere, eine von seinen Zeitgenossen, auch von demPatriarchen R. Gamalisl, hochverehrte Persönlichkeit, die sin zweiter Hillel ge-nannt wurde, hat vor seinem Tode eine Art Prophezeiung in Sentenzformausgesprochen, von welcher eine Quelle angibt, die Zeitgenossen hätten denSinn nicht verstanden. Diese Sentenz lautet: „Simon und Jsmael zum
*) Aus Dittographie ist die falsche L.-A. nnn nmm entstanden, ^rnedhat aber die richtige L.-A. nnm erhalten. Vergl. Dercnbürq Lss-ri onrI'distoris x. 422, Note.