840
Geschichte der Juden.
Auf den sogenannten Simonmünzen kommen also zweierlei Namen vor.Folglich ist auch dadurch die Bar - Kochebahypothese erschüttert. Man mußsich also nach zwei dominierenden Persönlichkeiten in der nach - TrajanischenZeit umsehen, auf welche die Münzlegenden und zum Teil auch einige Typenbesser passen könnten, als auf Bar-Kocheba.
Zwei Persönlichkeiten, zwei Brüder, spielten während der HadrianischenRegierung eine hervorragende Nolle und waren in der Judenheit hochangesehen:Julianus und Pappos. Von ihnen wird folgendes berichtet*):
1) Sie wurden die Großen, der Stolz Israels genannt: o-^o, 0«,'ion, «oiioo^n o,,"',,',, NIM' 10 owe I„o imiL" i>L' 0 NM cnv. Nebenher sei be-merkt, daß das Wort > 01 , 000 » wohl sei» Eigennanie sein kann: JulianusAlexander (vgl. o. S. 651). Jedenfalls will es sagen, daß er aus Alexan-drien stammte. Die Quelle für diese Nachricht (Lipürn) ist alt, redigiert etwa2—3 Jahrzehnte nach dem Hadrianischen Krieg.
2) Julianus und Pappos waren in Laodicea in Gefangenschaft geratenund sollten den Tod erleiden, wurden aber durch den Tod ihres Richters gerettet.Zum Andenken daran wurde der Gedenktag Trajanstag (o„'>i,o> an), 12. Adar,eingesetzt. Der Tag ihrer Errettung war demnach dem Volke bedeutsam.
3) Als der Tempel wieder erbaut werden sollte, haben Pappos und
Julianus Wechseltische von Akko bis Antiochien aufgestellt und die Ein-wanderer aus Babylonien mit Gold, Silber und allen Bedürfnissen versorgt.ooiL bo, o.i„ yoo ppeoo im, »'omm ip wpa p,wio> o„»'ii°i, ows io>vm.
Wechseltische haben sie aufgestellt, um auswärtige Münzen in inländische, gang-bare umzuwechseln, und außerdem haben sie babylonische Juden (das ist dieBedeutung von . 1 °,,., Oip), die sich am Bau beteiligen wollten, versorgt.
4) Während des Religionszwanges verlangte man von ihnen, zum ScheineLibationswein zu trinken, d. h. Wasser in einem farbigen Glase, sie taten esaber nicht pir, Hop >0, .ipior n>o,o, >°,oo o>o oni u.i,v ,-n» owe, o„"°,,°,. Weilsie angesehene Männer waren, wollten die römischen Beamten-sich mit dem Scheinder Gefügigkeit begnügen. An dieser Stelle werden sie als Brüder bezeichnet.
5) Sie wurden dann hingerichtet, und infolge ihres Todes wurde derihretwegen eingesetzte Trajanstag wieder aufgehoben, owe, o>,HH m.-nv o,>
YI'I'U o,' *,20
6) Sie werden als Märtyrer von Lydda bezeichnet, und von ihnen
wird ausgesagt, daß sie im himmlischen Paradiese einen eximierten Platz ein-nehmen, owe, o„n>^ irwin i'op.io, g,io o.irmmo o-w°, p» in einer
andern Version 1,^1 i>n» >,r, o.i . . pirmoo oon p» r,,o)v >,,i.-i
(L.-A. des Aruch Art. -in).
*) Ich gebe die Zitate über sie hier nur kurz an, die Belegstellen findensich m B. IV., Note 14, S. 442 und 44L s. (jetzt in der 3. Ausl/ S. 4I3j.