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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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639
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Note 30. Die judäische» Münzen in der nachexilischen Zeit. 839

Parteigänger allein Autorität hatten. Die darauf abgebildeten Typen, Wein-blatt und diotische Vase, sind nicht ungewöhnlich auf jüdischen Münzen. Auf-fallend ist nur die Legende p'L min, stattJerusalem". Zion wird in der,sagen wir, talmudischen Zeit nur metaphorisch und poetisch gebraucht.I>r. Merzbacher führt auch ein ähnliches Exemplar an, das leserlich poin mvhat und die Buchstaben in, dessen Echtheit ihm indes zweifelhaft schien.Es gibt allerdings auch Münzexemplare mit dem Datum nnr und auchmit der Legende p '2 (Mad. p. 71, Nr. I5). Die Numismatiker

»indizieren sie Simon Makkabäus. Aber auffallend ist an denselben nicht nurdie Bezeichnung p.-x, sondern auch nbn-b, das sonst nur beim ersten Jahregebraucht wird, weil es den Beginn der Befreiung bedeutet (o. S. 836).Außerdem haben zwei Exemplare dieser Spezies den befremdlichen Typus:zwei Lulabsträuße (o. S. 82bsf.). Ihre Echtheit und Zugehörigkeit sindzweifelhaft sEinige Sachverständige wollen gerade diese Münze, und zwardiese allein in die Zeit des Krieges gegen Vespasian setzen. Vgl. Hamburgera. a. O. S. 43).

V. Die zahlreichen Simonmünzen, welche nicht das Epithetonhaben oder durch die enge Verbindung mit Eleasar oder durch den Lulab-typus auf Simon ben Gamaliel weisen, müssen allerdings in die HadrianischeZeit gesetzt werden, da mehrere von ihnen die Übcrprägung auf Kaisermünzenvon Trajan und andern Kaisern zeigen, welche nach der Zerstörung Jerusalemsregiert haben. Diese Tatsache steht fest. Ob man aber berechtigt ist, sie Bar-Koch eba münzen zu nennen, oder in die zweite Revolution zu sehen, istfraglich. Die Momente, welche dieser Annahme widersprechen, sind bereits an-geführt (o. S. 82b). Aus welcher Zeit mag nun diese Münzklasse stammen,welche den Namen ppnv auf der einen Seite, und auf der andern die Legendeoiw-n' rninb ohne Datum oder mit Datum bniro nnni> hat? Da es höchstungewiß ist, ob Bar-Kocheba den NamenSimon" führte, und also diesernicht damit gemeint sein kann, welche andere hervorragende PersönlichkeitNamensSimon" mag in der nach-Trajanischen Zeit eine solche dominierendeRolle gespielt haben, daß sie berechtigt gewesen wäre, als Prägherr zu figurieren?Eine solche Persönlichkeit läßt sich vielleicht noch ermitteln, und dadurch dasRätsel der Simonmüuzen befriedigender lösen, als durch die Bar-Kocheba-Hypothese. sDas Richtige scheint mir hier Hamburger a. a. O. S. 68 ff. zuhaben. Danach ist unter Simon der Sohn Gamaliels II. von Jabneh undunter Eleasar ha-Cohen der bekannte R. Eleasar b. Asarjah, der ahronidischerHerkunft war, zu verstehen.)

Ich will zunächst auf eine höchst seltsame Erscheinung an dieser Münz-gruppe aufmerksam machen, welche geeignet ist, die Bar-Kochebahypothese zuerschüttern. Mehrere Exemplare haben nämlich das Wort pvv statt ppsv, undes erscheint nicht etwa als Abkürzung von ppnv; denn die Prägung zeigthinlänglichen Raum, daß auch die Buchstaben p und noch mehr hättenangebracht werden können (bei Mad. Cap. X., Nr. 14, 1b, 31 (?), 32, 33, 34,35, 36) De Saulcy ist diese befremdliche Legende aufgefallen. Er bemerktedazu (illslanß's äs Xuinism. 1877, p. 88):Es war kein Grund, den Namen8ellema.ouu abzukürzen, da auf den Münzen reichlich Raum vorhanden ist,die Buchstaben IVarv und Xun anzufügen". Aus Not erklärte de Saulcydas Wort als Anfang des jüdischen BekenntnissesHöre Israel"prw'). Allein was hat eine Münzprägung mit diesem Orsäo zu tun?Offenbar ist eben so der Eigenname eines Prägherrn, wie ppvr-.