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Geschichte der Juden.
durchs Los gewählten einfachen Priester, Pinehas, Sohn Samuels, auseinem Städtchen Aphta. Darob war die Aristokratenpartei empört. Der zurVerteidigung der Stadt ernannte ehemalige Hohepriester Ana», Sohn Anans,donnerte gegen die angebliche Frechheit und Heiligtumsschändung der demo-kratischen Zeloten. Auch Simon ben Gamaliel war aufgebracht über die Um-kehrung der bisher geltenden Ordnung. Er forderte in Volksversammlungendie Zuhörer auf, sich „den Verderbern der Freiheit" und „Schändern desHeiligen" zu widersetzen ^). Selbstverständlich entstand dadurch ein Bruchzwischen den Zeloten und ihrem Haupte Eleasar ben Simon einerseits undSimon ben Gamaliel andererseits. Die Zeloten begannen einen Terrorismusgegen ihre Widersacher. Sie säuberten das Synhedrion von den antizelotischenMitgliedern und ernannten 70 aus dem Volke an deren Statt. Josephus be-stimmt zwar nicht den Monat, in welchem dieser Wechsel, namentlich die Wahldes neuen Hohenpriesters, stattgefunden hat. Wahrscheinlich wurde diese Wahlfür die Funktion am Versöhnungstage vorgenommen, um de» Hohenpriester zubeseitigen, welcher von dem verhaßten König Agrippa eingesetzt und ohnehinals Römling verdächtig war. Der Bruch zwischen den Zeloten und Simonben Gamaliel kann demnach schon im Monat Tischri, in welchem eben dasHüttenfest gefeiert wird, cingetreten sein. Die erster-», unwillig über seineagitatorische Parteinahme gegen sie, mögen Münzen mit denselben Typen undEmblemen, wie die, welche seinen Namen trugen, geprägt habe», aber mitWeglassung seines Namens, um zu demonstrieren, daß sie ihn nicht mehrals die Spitze des Gemeinwesens anerkannten. Im Verlaufe der Begeben-heiten wird in der Tat sein Name nicht mehr genannt, und Josephus deutetauch an, daß dieser Simon abgesetzt wurde, indem er bemerkt: er wäre im-stande gewesen, die schlimme Lage zu verbessern (->r,,-«/--»ö;. rtx«>»ö; Xkt^k»« . . . Es findet sich auch keine Münze weiter
mit dem Namen dieses Simon vom zweiten Jahre. Das Exemplar, welchesauf der eine» Seite . . . und auf der andern hat (in der
Sammlung Wigan sjetzt Gras Cahens, Maddcn 205, Note 10), zu welcherMerzbacher ergänzt wissen wollte: ->ni> bietet keine Gewißheit, wie Maddenmit Recht bemerkt hat. Die Lücke kann eben so gut mit ausgefüllt
werden (Vgl. hierzu die interessante» Bemerkungen Hamburgers a. a. O.S. 39 f. Jedenfalls gehört auch diese Münze nach dem Urteil der Sach-verständigen in die Zeit des hadrianischen Kriegess.
Vom zweiten Jahre an gab es keine Persönlichkeit, welche allein dasGemeinwesen hätte repräsentieren und als Prägherr gelten können. In«Herbst 67 war Johannes von Gischala in Jerusalem eingetrosfen, der einengroßen Anhang hatte und mit Eleasar ben Simon rivalisierte. Im drittenJahre kam noch Simon bar Gioras hinzu, und jeder dieser Parteiführer be-anspruchte die Suprematie und hätte dem andern nicht gegönnt, sich als Präg-herr zu gerieren. Nur im ersten Jahre gab es zwei Prägherren, zuerst Eleasarund dann Simon ben Gamaliel, aber nach einander.
Es ist möglich, daß die anonymen Münzexemplare, welche das DatumL-nv E und n:e> haben (Madden 206, N. II, 12), aus der erstenRevolution stammen, in welche sie mehrere Numismatiker setzen, und zwar ausden Jahren, in welchen keine allgemein gebietende Persönlichkeit an der Spitzestand, eben in den Jahren, in welchen die drei Zelotenführer nur über ihre
r) Josephus j. Kr. IV, 3, 6-9.