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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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637
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Note 30. Die judäischen Münzen in der nachexilischen Zeit. 837

vermöge seiner Volksbeliebtheit die gebietende Autorität in Jerusalem (o.S. 834). Daher wurden die in dieser Zeit ansgegebsnen Münzen auf seinenNamen geprägt:Der Priester Eleasar", undErstes Jahr der Er-lösung Israels".

In demselben Jahre erlangte aber auch das Sanhedrin, dessen Vor-sitzender Simon ben Gamaliel war, Autorität. Dieser Simon war, nachdem Zeugnis seines Gegners Josephus, von adligem Geschlechts als UrenkelHillels, der von dem königlichen Hause Davids abgestammt haben soll, und zu-gleich von solcher Einsicht und Gedankenschärfe, daß er die schlechte Lage derStaatsangelegenheiten hätte verbessern können, wenn er die Macht in Händenhätte behalten können (o. S. 833. 838). Da er zugleich oer pharisäischen Parteiangehörte, wie Josephus noch dazu bemerkt, oder, wie wir sagen müssen,Haupt derselben war, so muß er einen großen Anhang im Volke gehabthaben, das zum allergrößten Teil der Lehre dieser Partei zugetan war (wieJosephus an mehreren Stellen hervorhebt). Es verstand sich von selbst, daßdieser Simon als Spitze und Repräsentant des Gemeinwesens betrachtet wurde.Naturgemäß mußte er als Prägherr auf den Münzen figurieren. Eleasar benSimon mußte zurücktreteu. Wir habe» keinen Anhaltspunkt dafür, welche Vor-gänge im Innern diese Veränderung herbeigeführt haben. Infolge diesesWechsels wurden auch Münzen mit der Legende:Erstes Jahr der Er-lösung Israels" mit dem NamenSimon, der Fürst Israels" geprägt.Sämtliche Exemplare mit dem Namen und Titel mv: pxoe- haben das

Datum n-m (o. S. 833).

Der pompöse TitelFürst Israels" mag aber den Zeloten, welche dasdemokratische Prinzip der Gleichheit und Herrenlosigkeit zu ihrem Programmgemacht hatten, anstößig gewesen sein. Denn eigentlich war doch dieser Simonnur Oberster des Synhedrions ()ii-.n pn nw mv:); ihn als Fürsten vonganz Israel anerkennen, hätte geheißen, sich einem Herrn unterwerfen. Zumalnachdem Josephus durch Unverstand, Feigheit oder Verräterei den VerlustGaliläas verschuldet hatte, und nachdem auch andere aristokratische Führer sichnicht bewährt hatten, spitzte sich die demokratisch-zelotische Empfindlichkeitgegen die jüdische Aristokratie zum Ingrimm gegen dieselbe zu. Dieser Wider-wille gegen ein Herrentum über Israel mag bewirkt haben, daß der Titel men

nicht mehr auf Münzen prangen durfte, sondern der einfache Name pxrv(ans der Münze, welche Simon und Eleasar zugleich hat o. S. 835). Aneinen andern Simon ist nicht zu denken; denn Simon bar Giora ist aus-geschlossen, da er erst im dritten Jahre des Aufstandes in Jerusalem ein-gezogen war.

Nun rückte der Beginn des zweiten Jahres heran, d. h. der MonatTischri und das Hüttenfest (Oktober 67). Aus dieser Zeit können nur dieMünzexemplare stammen, welche die Legende haben:das zweite Jahr derFreiheit Israels". Die Typen sind auf beiden ziemlich gleich, nur daßeinige Exemplars nurJerusalem" als Legende, andere dafür den NamenSimon" haben. Diese Differenz ist allerdings auffallend; die Veranlassungkann in den Parteikonflikten gelegen haben, die um diese Zeit ausgebrochensind. Die Zeloten in Jerusalem, welche die Niederlage in Galiläa dem Ver-rate der Aristokraten zuschrieben, entsetzten die Adligen und Priester der Ämterin Stadt und Tempel, die sie bis dahin inne gehabt hatten, und ernannten anderen Statt Personen aus ihren Reihen. Selbst den Hohenpriester Matthatia,Sohn Theophils, entkleidete» sie seiner Würde und bekleideten damit einen