Note 31. Die judäischen Münzen in der ncichexilischen Zeit. 831
Es sollte die Freude über eine Errungenschaft und das Vertrauenauf den Schutz Gottes für sein Volk vergegenwärtigen.
Die Typen deuten demnach .Seelenstimmungen an, und die Legendengeben die Fakta und die Zeit an, auf welche sich die Stimmungen beziehen:„Das erste Jahr zur Erlösung Israels, das zweite Jahr zurFreiheit Israels" drücken in äußerster Kürze einen reichen historischen Inhaltaus, und zwar aus der Zeit f?f, als Jerusalem noch bestand.
Von der Gattung Lulabmünzen gibt es, soweit sie bekannt sind, vierSpezies.
Spezies 1, wie es scheint, ein unionm im Pariser Kabinet, eine Silber-münze: Auf der Lulabseite, unten von dem Behältnis oder Körbchen ange-sangen, ringsherum rchn:? nnn rne:. Der Ethrog etwas unförmig
mehr nach oben, ragt aber zum Teil über das Körbchen hinaus. Auf derPortalseite an der Säule rechts ", oberhalb des Architravs die Buchstaben e-iund an der linken Säule ew ^ Innerhalb der Öffnung des Portals
ein Halbkranz mit kleinern Ringen oder Kügelchen; innerhalb diesesKranzes in der Mitte oben eine kurze Schnur von 4 Ringelchen, weiterunten von 2 und unten wiederum von 1. Eine längere Schnur oberhalb desArchitravs von etwa 20 Kügelchen (s. Figur 1).
Spezies II. Davon sind 6 oder 7 Exemplare bekannt: I. in der Sammlungdes Grafen de Vogue (rsvns nmnismatigns 1860, 2. Note) unvollständig abge-druckt bei de Saulcy Taf. XI, 3. — vgl. Fig. II. — 2. in der Sammlungdes Or. Eugen Merzbacher, München (dessen Gefälligkeit ich einen Abdruckverdanke); — 3. in der Sammlung des Dr. Babington (bei Madden II, 244,Nr. 37); — 4. in der Sammlung des Or. Welcher v. Moltheim (bei Maddendas.); 5. in der Sammlung des Herrn Jnfante in Spanien (nach Angabedes vr. Merzbacher, von den Numismatikern als echt befunden, s. Sallct, Zeit-schrift für Numismatik 1, 224, Nr. 6, IV. 258, Nr. 112). — 6. in der Samm-lung Hunter (mitgeteilt von Woide bei Bayer üs nummis Anfangs. VII,Nr. 2); — 7. auch im Besitze eines Herrn Luris in Mohilew ist angeblich eingleiches Exemplar (Merzbacher a. a. O.) jvgl. hierzu die Beschreibung derVarianten bei B. Hamburger, die Münzprägungen während des Aufstandes derIsraeliten gegen Nom (Berlin 1802), Sonder-Abz., S. 34, Nr. 80—65s. Ander Lulabseite vom Fuß angefangen rings herum re- Das Behältnis
des Lulab ist bei dieser Spezies am Rande ein wenig stärker als in I. DerEthrog ragt in Nr. 2 ebenso wenig über das Behältnis hervor. Dagegen inNr. 1 und Nr. 3 etwas tiefer, so daß die Spitze desselben nur etwa bis zur Hälftedes Behältnisses reicht. — An der Portalseite steht das Wort rchrni- zurHälfte auf der rechten und zur Hälfte auf der linken Seite in Nr. I und 3:dagegen in Nr. 2 wie in I. Nr. 1—3 haben oberhalb des Portals noch dazudie Form eines gleichlinigcn kleinen Kreuzes. Diese Nrn. haben ebensowie I innerhalb des Portals die Schnürverzierung (Halbkranz und Mittelschnüre);nur in 3 ein wenig verschieden; in dem Exemplar Babington auch die Schnuroberhalb des Architravs. Wie die Verzierungen des Portals bei den übrigenExemplaren beschaffen sind, namentlich ob sie auch die Kreuzform haben, istmir nicht bekannt, da mir keine Abbildung zu Gesicht gekommen ist, und dieNumismatiker nicht darauf geachtet haben. Die Varianten in dieserSpezies deuten an, daß sie nicht von einerlei Prägung stammen.In Nr. 4 sind nach Angabe des Besitzers Moltheim unten am Portal deutlichdie griechischen Buchstaben IVO leserlich.