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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

Säulenfassade, wie sie Vornehme in Jerusalem benutzt haben, diente gewißals Muster für den Typus dieser Münzklasse. Sie bildete das Komplementzum Fsststrauß, welcher, wie nachgewiesen, ein Paradestück war.

Betrachtet man das Portal mit dem Tetrastyl als Abbildung einer zier-lich gebauten Festhütte, so ist auch eine andere Kleinigkeit am Portale aufdiesen Münzen, welche die Numismatiker ebensowenig beachtet haben, erklärtund hat ihre Bedeutung. In der Höhlung des Portals ist nämlich aufden meisten Exemplaren ein Halbkranz aus kleinen Ringen angebracht,und an diesem Halbkranz sind 3 Schnüre mit eben solchen Kügelchen be-merkbar, in der Mitte kleiner als oben und unten. Diese Kugelschnüre könnenebenfalls nur eine Verzierung sein, und auch diese wird aus dertalmudischen Literatur erklärlich. Es war eben Sitte, in der FesthütteSchnüre von Nüssen oder Mandeln, Weintrauben oder Ähren-kränze anzubringen und sie damit zu schmücken. Diese Verzierung hat einendsrwiiiu8 teoliuieus 22122 derSchmuck der Hütte". Das rituelleGesetz bestimmte, daß eine solche Verzierung, weil sie einmal der Festhütte bei-gegeben war, nicht eher als bis zum Ausgange des Festes genossen werdendürfte'). Der Halbkranz und die Schnüre mit den kleinen Ringen oderKügelchen an dem Portale auf den Münzen sind eben nur als Zierrat an derFesthütte anzusehen. Das Portal zeigt eine Verzierung, wie sie an der Fest-hütte angebracht zu werden pflegte. Es ist also keineswegs als eine Tempel-kolonnade anzusehen, sondern als Abbild der Festhütte eines vonehmenMannes, der den Gegenstand der rituellen Pflicht zu verschönern pflegte,wie ja auch der Feststrauß mit einem Zierrat versehen ist. Beide Typen aufden Münzen, der Lulab und die zierliche Fassade der Festhütte, versinnbildlichenzusammen das Hüttensest nach beiden Seiten hin.

Diese Symbole des Festes haben noch eine tiefere Bedeutung, welche dieMünzentypen wahrscheinlich darstellen wollten. Der Feststrauß erinnert anFreude, wie es in der Thora (Lev. 23 , 40 ) lautet:Ihr sollt nehmen die Fruchtdes Baumes Hadar, Palmzweige usw. und sollt euch vor dem Herrn freuen."Das zweite Makkabäerbuch erzählt sachgemäß, daß bei der Einweihung desTempels durch die Makkabäer zum Zeichen der Freude Palm zweige undüberhaupt Feststräuße im Tempel zu den Hymnen geschwungen worden seien^).Symbolisiert das Lulabbündel die freudige Stimmung, so versinnbildlicht dieFesthütte einen anderen Gedankengang, nämlich den Schutz Gottes fürsein Volk. Sagt doch das Gesetz bei der Vorschrift für das Weilen in Ge-zeiten an diesem Feste deutlich (das. V. 42 ), daß sie an den Vorgang erinnernsoll, wie Gott die Vorfahren in der Wüste schützend umgebe» hat. Der VersJesaia 6, 17 >vi 22212 an- 2'2.i 22,2, hat diesen Gedanken noch deutlichergemacht, und er wurde später noch weiter dahin ausgesponnen, daß die Festhllttevor allem Bösen, auch vor Dämonen schütze^). Mit Vorbedacht haben alsodiejenigen, welche diese Münzgattung prägen ließen, dieses Emblem gewählt.

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