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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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829
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Note 30. Die judäische» Münzen in der nachexilischen Zeit. 829

was widersinnig ist, da in der nachexilischen Zeit die Bundeslade und ihr Bildunbekannt waren. Andere Numismatiker haben in diesem Typus das Bild desTempels oder des Tempeltores sehen wollen (Cavedoni, Levy, Merzbacher).Allein auch diese Auslegung trifft nicht zu, denn der hsrodianische Tempel hatteim Eingang keine Säulenverzierung, und als Pforte kann diese Figur ebenso-wenig angesehen werden, da die Öffnung durch eine dreireihige Ver-zierung gewissermaßen verrammelt ist. Merzbacher bezeichnet dasEmblem demnach als verschlossene Pforte. Aber eine verschlossene Pforteist eben kein Eingang, und somit kann es doch nicht die Tempelpforte versinn-bildlichen. Was bedeutet also die Portalseite an diesen Lulabmünzen?

Erinnern wir uns, daß die andere Seite einen Feststrauß ln optima kormadarstellt, und noch dazu mit einer Verzierung an dem Bündel, wie das alles imLeben vorgekommen sein muß. Welche tiefere Bedeutung hat der Portaltypus?Er weicht so sehr von den Emblemen ab, welche ans den meisten Exemplarender jüdischen Münzen Vorkommen. Diese als Palmbaum oder Palmblatt oderals Weinstock sind Symbole für das jüdische Volk. Andere Typen versinn-bildlichen den Priesterstand (vgl. w. u.). Was soll aber die Prägung einesFeststraußcs ans Münzen? Sie erinnert, ohne daß man zu Künstelei greift,einfach an das Hüttenfest und noch weiter an die Zeit dieses Festes.Dieses Fest wurde durch zweierlei rituelle Symbole begangen, durch denStrauß von vier Pflanzengattungen (mr'L und durch die leicht ge-

baute Festhütte (n-w). Soll dieses Fest typisch dargestellt werden, somüssen beide Seiten desselben versinnbildlicht werden, nicht bloß durch denStrauß, sondern auch durch die Festhütte. DaS Portal stellt nun dieseHütte in der Fassade dar, allerdings nicht die erste beste Festhütte, sondern,wie beim Lulab, die eines vornehmen Juden, der damit ebenso Staatgemacht hat, wie mit dem Feststrauß. Es soll eine zierlich gebaute Hüttedarstellen.

Solche zierlich gebaute Festhütten mit Säulen sind tatsächlich vor-gekommen. In der talmudischen Literatur wird von einer solchen gesprochen,welche auf allen Seiten von Säulen umgeben war, und es wird entschieden,daß diese Säulen rituell als Wände angesehen werden können und daher dasGanze als eine korrekte Festhütte gelten dürfe'). Das Beispiel ist gewiß derWirklichkeit entnommen. Mancher Vornehme hat wohl das oben offeneNka-cr-rv-.ov im Vorhofe seines Hauses oben mit einer leichten Laubdecke ver-sehen und als Sukka benutzt. Von der adiabenischen Proselytenkönigin Helena,welche um 43 (po8t) mit ihren Enkeln nach Jerusalem gekommen war, umdiesen eine jüdische Erziehung zu geben, wird mitgeteilt, sie habe sich einesehr hohe Festhütte errichten lassen^). Schwerlich werden die Wände derselbenmassiv gewesen sein, was schon wegen der hohen Temperatur in dieser Festzeitnicht anging. Die Hütte wird vielmehr luftig gebaut gewesen sein, und dadiese Königin, welche griechisch sprach, wohl auch Geschmack an der leichten,uftigen griechischen Bauart gehabt haben wird, so war ihre Festhütte ohneZweifel s?s mit Säulen verziert, mindestens an der Fassade, die rituell-gesetzlich keine Wand zu sein braucht. Eine solche Festhütte mit einer

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