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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden:

Hätte Nero dieser Vorstellung seines Legnten Gehör gegeben, so wäre dieKatastrophe von Jerusalem und dem Tempel für den Augenblick abgewendetworden. Unglücklicherweise hatte aber Nero bereits Öl ins Feuer gegossen. Eheer noch den Bericht des Cestius Gallus in Händen hatte, hatte er schon denStreit um das Bürgerrecht in Cäsarea zwischen den Judäern und Heiden zu-gunsten der letzteren entschieden. Dadurch entstand ein Kampf in dieser Stadtin dem Monate, welcher auf dasPascha der Erdrückung" folgte. GessiusFlorus schürte das Feuer des Aufstandes noch mehr, um durch Niederwerfungdesselben gegen Cestius Gallus Recht zu behalten. Die Volkszählung vermittelstder Paschalämmer fand demnach im Jahre der Revolution 66, einen Monatvor dem Ausbruche des Kampfes in Cäsarea und des dadurch herbeigeführtenAufstandes in Jerusalem, statt. Es war die letzte friedliche Demonstrationgegen Rom.

29.

Der erste Schritt zum Kriege gegen die Römer.

Von der Revolution, welche dem großen Krieg gegen die Römer voran-ging, kann man auch sagen: o'est, tollsonr8 Is Premier pa8 gui eoüte. Josephusberichtet (jüd. Kr. II, 17, 2), daß das Unterlassen des Opfers für den Kaiser,zu dem Eleasar b. Anania die damals fungierende Priesterabteilung bewogenhat, der erste Schritt zum Krieg gewesen sei: voüro <U ,/r ro,7Trol^uov Aval»,- Er

fügt hinzu, daß die hohenpriesterlichen Häupter und die hervorragenden Phari-säer in einer Versammlung vor dem Nikanortor im Tempel davon abgeratenund viele Gründe dagegen geltend gemacht hätten, daß aber die Revolutionäreunter Leitung des Eleasar sich nicht daran gekehrt hätten.

Eine Erinnerung an diesen folgenschweren Vorgang hat sich auch in dertalmudischen Literatur erhalten, und sie knüpft sich an eine Persönlichkeit,die durch ihr Verhalten den Ausschlag gegeben zu haben scheint. R. Joseder Gesetzeslehrer, welcher geschichtliche Überlieferungen tradiert hat, bemerktbei Gelegenheit eines religiösen Brauches seitens eines Zacharia b. Abkulas,seine Bescheidenheit habe Veranlassung zur Tempelzerstörung gegeben (Dos8sltaLadbar XVII, 6: nn oinpon ^ s.-nio, hvs In wiefern

kann diese geachtete Persönlichkeit das große Unglück herbeigeführt haben?Und inwiefern kann die Bescheidenheit dieses Mannes eine solche Wirkunggehabt haben? Sein Name wird aber in einer Sage mit dem Unterlassen desOpfers für den Kaiser in Verbindung gebracht. Diese Sage, welche an Kamzaund Bar-Kamza anknüpst, ist in zwei gerade in bezug auf diesen Zacharia ab-weichenden Relationen enthalten. In der einen (Sadli Sittin 56 a) wird siewie folgt erzählt: Ein Bar-Kamza, der von einem Jerusalemer, weil er irr-tümlich zu einem Mahle geladen gewesen, beschämt worden sei, habe denunziert,daß die Judäer auf Abfall vom Kaiser sännen, und habe seine Angeberei da-durch glaubhaft gemacht, daß er behauptete, ein Opfer für den Kaiser werde nichtangenommen werden. Er selbst habe aber dem Opfer einen unwesentlichenFehler beigebracht, um es für den Altar untauglich zu machen. Einige hättennun zwar geraten, des Friedens wegen das fehlerhafte Tier zu opfern. Zachariaaber hätte davon abgeraten. Auch der Absicht, den Angeber umzubringen, hätteer sich widersetzt. Dadurch wäre das Opfer für den Kaiser verschmäht worden,