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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

sephus berichtet (das. II, 14, 3) über die tyrannische und empörende Regiernngs-weise des letzten römischen Proknrators in Judäa Gessius Florus und be-merkt, daß trotz des unerträglichen Druckes niemand gewagt habe, bei dem ihmVorgesetzten Statthalter Cestius Gallus Klage gegen ihn zu führen. Einst aber,zur Zeit des Paschafestes, als Cestius Gallus in Jerusalem anwesend war,habe das Volk, nicht weniger als dreißig Myriaden (3Ü000V0 Mensche»),denselben angefleht, Mitleid mit dem Elende des Volkes zu haben, und die Pestdes Landes, Gessius Florus, zu entfernen. Cestius Gallus habe darauf demVolke Abhilfe für die Zukunft versprochen. Iltt-eyr ,<Lx <ch»- ^ LÄT-ro?

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Aus diesem Bericht ersehen wir, daß Cestius Gallus einst am Paschafsste,d. h. an dem Tage, an welchem das Pascha geopfert wurde, in Jerusalemanwesend war ldenn mit demFeste der ungesäuerten Brode" nwLTi -n«Hw» eoory bezeichnet Josephus auch das Pascha des vierzehnten Nissan,vergl. das. II, 13 und öfter). Diese Anwesenheit des Legaten von Syrienin der judäischen Hauptstadt ist auffallend. Nur die Prokuratoren pflegtenalljährlich zur Zeit der Paschafeier mit einer Heeresabteilung sich von ihrerGarnisonsstadt Cäsarea nach Jerusalem zu begeben, um die Entstehung vonUnruhen zu verhüten oder enstandene Tumulte zu dämpfen. Aber der höchsteBeamte Syriens, wovon Judäa geographisch doch nur einen kleinen Teil bildete,der Stellvertreter des Kaisers in dieser Gegend, war zu vornehm, um sich inder judäischen Hauptstadt blicken zu lassen. Es mutz also eine ganz besondereVeranlassung gewesen sein, die dieses Mal den Legaterr Cestius Gallus nachJerusalem geführt hat. Es ist auch in der oben betrachteten Relation nicht an-gedeutet, daß er sich etwa im Aufträge des Kaisers dahin begeben hätte, nmdie beginnende Volksgährung kennen zu lernen und zu überwachen. Wir fandenim Gegenteil, daß Nero die Widerstandskraft des judäischen Volkes viel zu sehrverachtete, als daß er selbst bei gespannter Unzufriedenheit es für nötig erachtethaben sollte, dem Legaten den Befehl zugehen zu lassen, sich an den Herd derUnzufriedenheit zu begeben.

Aus dem oben Auseinanvergesetzten geht indessen klar hervor, welche Ver-anlassung Cestius Gallus nach Jerusalem geführt hat. Er ist aus eigenerInitiative dahin gegangen, um sich von dem Stande der Angelegenheiten inJerusalem, von dem Umfang der Mißstimmung und ganz besonders von derZahl der Bevölkerung mit eigenen Augen zu überzeugen und dann an denKaiser Bericht darüber erstatten zu können. Es kann kein Zweifel darüber sein,daß Cestius Gallus' Anwesenheit in Jerusalem zur Paschazeit mit der Volks-zählung vermittelst der Paschaopferlämmer in innigem Konnex stand. DreiMillionen Menschen umstanden den römischen Legaten und flehten ihn an,Judäa von der Pest Gessius Florus zu befreien. Eine solche große Menge kanndoch unmöglich in gewöhnlicher Zeit in Jerusalem anwesend gewesen sein! Aberdiese Menge Hilfeflehsnder bestand eben aus den zum Paschaseste Eingetroffenen,wozu Jerusalemer, Bewohner der judäischen Städte und der Nachbarländer,