Druckschrift 
3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
Entstehung
Seite
812
Einzelbild herunterladen
 

812

Geschichte der Juden.

bedeuten kann, sondern nurkanonisieren". Es will also sagen, die Altestenin Verbindung mit Eleasar b. Anania, haben das erste Makkabäerbuch sürdie Lektüre empfohlen, wenn nicht gar es würdig befunden, es an demTempelweihefest (22122) synagogal vorzulesen wie das Buch Esther am Purim-feste. Der Zweck der Kanonisierung desselben ist ersichtlich. Es sollte demVolke in Erinnerung bringen, wie die Makkabäer, anfangs eine geringe Schar,über die mächtigen Syrer gesiegt haben, und sollte es ermutigen, den Kampfgegen die Römer nicht zu scheuen. Es war ebenfalls ein patriotisch-zelotischesWerk. In einer Partie dieses Buches kommen einige Wendungen vor, die ge-radezu zelo tisch klingen. In der Anrede, die der sterbende Matthatia anseine Söhne hält, ermutigt er sie mit den WörternUnd nun eifert sürdas Gesetz r»7Pinehas, Euer Vater, erhielt in seinem

Eifer das Bündnis ewiger Priestsrschaft röl ll^loi-)" (2, 50. 54).

Klingt das nicht wie die Schlagworte aus den Reihen der Zeloten? Schwerlichhat sie der sterbende Matthatia gehalten, auch sind sie gewiß nicht stenographischtreu wiedergegeben worden. Sie sind gewiß ebenso fingiert und dem Heldenin den Mund gelegt, wie die Reden in der klassischen Geschichtserzählnng. Einerder Zeloten mag diese Rede zelotisch gefärbt haben. Doch gleichviel, wie essich damit verhalten möge: es ist als sicher anzunehmen, daß der Anhang desEleasar b. Anania, der den Siegeskalender angelegt hat, auch Wert darauflegte, die Hasmonäerrolle oder das erste Makkabäerbuch in die Öffentlichkeiteinzuführen, wenn nicht gar zur Klasse der Hagiographen zu erheben.

Dadurch ist es auch erklärlich, wie die Gesetzeslehrer damals darauf ge-kommen sind, sich mit dem Buche Ezechiel zu beschäftigen. Die Tradition lautet(8addat 13 ö): Anania (d. h. Eleasar b. Anania) sei es zu verdanken, daßdas Buch Ezechiel nicht beseitigt worden sei, indem er die Widersprüche indemselben gegen die Gesetze im Pentateuch gelöst habe: 22 2vu 221.2' '21'222 bupin' i))) xi.2 rchirimr: wir 2^212 ^2 2'))2i 212b irm.i mm 2121 022

2221 2'h>'2 2V'I P2!2 '22) ,2'M2 irhir 1°) 12P2 ? 22'p .2:2 . 221.2 '222 P221O. Auchanderweitig wird erzählt, daß er den Widerspruch bezüglich des Maßes fürMehlopser ausgeglichen habe (o. S. 8l0). Bemerken wir hier, daß währendan dieser Stelle Anania b. Hiskija genannt ist als derjenige, der die Aus-gleichung gegeben, in der authentischen Relation im Liplirs der Name Eleasarb. Anania lautet. Entschieden ist also an der Stelle im Talmud und in derMischna der Name Eleasar ausgefallen. Es ist daher gewiß, daß derjenige, derdie Aufzeichnung von ZIsAiIIat Daauit. veranlaßt hat, auch durch Ausdeutungdafür gesorgt hat, daß der Prophet Ezechiel nicht zu den Apokryphen gezähltwurde. Bemerken wir nur noch, daß die Relation, dieser Interpret des BuchesEzechiel habe 300 Maß Öl sür Nachtwachen gebraucht, um die Ausgleichung zufinden, höchst übertrieben ist. Denn selbst, wenn er noch andere Widersprüchezwischen Ezechiel und den pentateuchischen Gesetzen gemerkt und ausgeglichenhaben sollte, hätte er unmöglich so viel Öl sür die Nacht verbrauchen müssen.Endlich sei noch angemerkt, daß es sich damals keineswegs um die Aufnahmedes Buches Ezechiel in den Kanon, sondern nur um die Belassung des-selben zum öffentlichen (synagogalen) Gebrauche gehandelt haben kann. EinigeGesetzeslehrer müssen vorgeschlagen haben, es dem Gebrauche zu entziehen(lediglich »).-ch, «Trox^vnrcrv), weil seine Opferbestimmungen mit denen imPentateuch im Widerspruch ständen, aber jedenfalls zugleich gewünscht haben,das Buch vor Prosanierung zu schützen, was auch geschehen wäre, wenn Eleasarb. Anania es nicht gedeutet hätte. Das ist der richtige Sinn des»)) m.i .122211"',