Note 26. Eleasar ben Ananias und die achtzehn Verbote. 811
wurden. Er ist also identisch mit dem Eleasar, dem Sohne des HohenpriestersAnanias, welcher als außerordentlich reich und gebietend geschildert wird (o.S. 721). Wir nehmen also dieselbe zelotische Tendenz bei dem Eleasar benAnania des Josephus und dem in der talmudischen Literatur wahr.
b) Auch der Name Chiskija kommt im Zusammenhänge mit Eleasar vor.Josephus nennt den Bruder des angesehenen, von hohenpriesterlichem Ge-schlechts stammenden Anania: Ezekias (jüd. Krieg II, 17, 9). Daraus läßtsich mit einiger Sicherheit folgern, daß ein Ahn des Anania den Namen Ezekiasoder Chiskia geführt haben wird. Ferner galt der Hohepriester Anania,wie bemerkt, als sehr reich; auch Eleasar ben Chananja im Talmud mutz sehrreich gewesen sein, da er im Besitz einer Pentateuchrolle im Werts von 100 Minen(12 906 Mark) war (oben S. 8>0). Wir können also auch dem Zelotenführerden Namen rok! '^«>1« roll geben und die Identität des-
selben mit dem Schammaiten zu hoher Wahrscheinlichkeit erheben. Er gehörtewohl einer Partei an, die derjenigen seines Vaters entgegengesetzt war. Erwar durch und durch Zelot, gab den ersten Impuls zum Aufstande, da er dasOpfer für den Kaiser einstelle» ließ, war Führer im ersten Kampfe in Jerusalemund blieb Sieger (Note 29). Dazu stimmt, daß er den Impuls zu der heiden-feindlichen Absondcrungsmaßregel und zur Sammlung des SiegeskalendersDIeAillat Naanib gegeben hat.
Gewiß war der Zweck der Aufzeichnung des Siegeskalenders, demlebenden Geschlechts vor die Seele zu führen und einzuprägen, daß Gottseinem Volke auch in der nachexilischen Zeit beigestanden und ihm Siege überseine äußern und innern Feinde, über Griechen und Römer, wie über Hellenistenund Sadducäer verliehen hat. Die Gedenktage, die auf die Römer Bezughaben (o. S. 573 f.), waren mit aufgenommen, auf die Befreiung von der Steueran den Kaiser und die Vertreibung der Legionen aus Judäa und Jerusaleminfolge von Cestius' Abzug. Der Siegeskalender ist also nach Oktober 66zusammengestellt worden. Er war ein Werk des Zelotismus. Die andere Quellesagt zwar, daß die Ältesten „des Hauses" Hillel im Verein mit den Ältesten„des Hauses" Schammal LI. 1. ausgezeichnet hätten; aber der Impuls dazu ginggewiß von dem Anhänge des Eleasar b. Anania aus, wie die ältere Quelletradiert, d. h. von den schammaitischen Zeloten; die Erinnerung an die Siegesollte zum Riesenkampfe ermutigen und begeistern. Die Hilleliten waren nurdamit einverstanden; es war für sie kein Grund vorhanden, dagegen Oppositionzu machen.
Bezeugt ist ferner, daß in derselben Zeit von den Ältesten beider Schulenin Verbindung mit Anania, d. h. Eleasar b. Anania, die Hasmonäerrollegeschrieben worden sei (o. S. 810): nw woo o.i. Gewiß ist
damit das erste Makkabäerbuch gemeint, das hebräisch stilisiert war und dasHieronymus noch hebräisch gesehen hat. Es soll die bisher noch unenträtselteAufschrift gehabt haben: Hg/SHA r'I Var. (nach
Origines in Eusebius' Kirchengeschichte VI, 25). Was soll aber wno, „siehaben geschrieben", bedeuten? Geschrieben war das Buch ja gewiß schonfrüher, entweder in der letzten Zeit Hyrkans I., dessen Taten zum Schlußdarin summarisch erwähnt werden, oder — was wahrscheinlicher ist — zurZeit der Kämpfe des sadducüischen Königs Alexander Januar gegen diePharisäer. Das Verbum kann demnach hier nur bedeuten „für kanonischerklären", wie es auch im Talmud (Lada Latra 14d) gebraucht wird: 'vm-w'p v'M irn: .ni:-.:.» wo es doch gewiß nicht „verfassen"