Druckschrift 
3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
Entstehung
Seite
809
Einzelbild herunterladen
 

Note 26. Eleasar ben Ananias und die achtzehn Verbote. 809

und ebenso das der übrigen, nicht lange vorher, d. h. kurz vor dem Unter-gang Jerusalems, erlassen wurde.

o) Wir haben oben (S. 507) gesehen, daß die Maßregel, von Heiden keineGaben für den Tempel anzunehmen, dem das Verbot zw.ouriu in den ooo n"'entspricht, von dem Zelotenführer Eleasar ben Anania ausgegangen ist, also indie Revolutionszeit gehört.

cl) Sehen wir endlich auf die nähern Umstände, wie diese Beschlüsse zustandegekommen sind, so wird der zelotische Charakter dieser Synode nicht verkanntwerden können. Daß man, d. h. die Schule Hille ls, den Tag als einenUnglückstag betrachtet hat, ist bereits zitiert. Jeruschalmi gibt als Grunddafür an, daß die 18 Dinge nie aufgehoben werden dürften, weil sie mitBlut besiegelt worden seien: z.o'nivsw onb nllpe.' »rr> (das.). Dieselbe Quelleerzählt, die Schammatten hätten unten (d. h. vor dem Eingänge zum Hausedes Anregers dieses Beschlusses) gestanden und ein Blutbad unter den Hillelitenangerichtet: oo.-> wo 'i'ubno z»om vw z.oo ioup mov wo Babli schildert

die Situation noch anschaulicher: Bewaffnete standen vor dem Eingänge um allehinein, niemanden heraus zu lassen, urvw ow' curro ioou e-ioo.o woo von wprou (das. 17 a). Diese Version ist übrigens ungenau, sie gibt zu verstehen,als wenn alles das noch zu Hillels und Schammats Zeit vorgefallenwäre, und daß das Schwert im Lehrhause gezückt worden wäre ganzsituationswidrig, da doch die ganze Szene in und vor dem Söller desAnania (oder Eleasar) zu denken ist (Tohafot das. I4b unten ist schon daranirre geworden). Jeruschalmi fügt hinzu: Sechs Dilleliten hätten sich hinauf

begeben (in den Söller), die übrigen aber seien mit Schwertern und Sperrenangefallen worden: wnsoo; woono zwo>' ;oux ouvw zwo .oe>e' »,o. Man hatsich also die Szene so vorzustellen, daß vor dem Eingänge der Hauses be-waffnete Trabanten aus der schammattischen Schule standen, welche die bereitsim Hause versammelten Hilleliten verhinderten, es zu verlassen; die Schammattenverlangten von ihnen ihre Zustimmung zu dieser Maßregel. Ist eine solchegewalttätige tumultuarische Synode, das Seitenstück zu der oövoäo?in Ephesus während des byzantinischen Kirchenstreites, anders denkbar, alsunter dem gewaltigen Eindrücke des Aufstandes gegen die Römer und desfanatischen Nömerhasses? In friedlichen Zeitläuften hätten schwerlich bei denDiskussionen der beiden Schulen die Schwerter geblitzt. Man muß sich dazudie fieberhafte Aufregung im ganzen Volke bei der Nachricht von dem Gemetzelunter den Judäern in Cäsarea und dann in ganz Palästina und Syrien hin-zudenken. Josephus selbst kann nicht umhin, dabei zu betonen, daß das ganzeVolk bis zur Wildheit aufgeregt wurde (jüd. Krieg II, 18, 1): r,)v

wandte» daher Terrorismus an, um die Maßregel der Absonderung von denHeiden gewaltsam durchzusetzen. Schwerlich läßt sich in dem ganzen Verlaufeder nach-hillelschen Zeit ein anderer Moment heransfinden, in dem solche Vor-gänge, wie sie sich aus den Quellen ungezwungen ergeben, möglich gewesenwären. Es sei zum Überfluß noch daran erinnert, daß die Schammcüten zuden fanatischen Zeloten gehört haben, wie oben (Note 24) nachgewiesenist. Eine junge Quelle setzt diesen Tag der zelotischen Synodewie man sie ohne Bedenken nennen könnte, der später als ein Fasttag galt,auf den neunten Adar an: .o"w e>"o yobwe- wr>-r> io» oouo w-e-no. Daß dieFixierung eines Tages für den Streit beider Schulen sich nicht auf derenhäufige Diskussionen, sondern nur auf einen bestimmten, für unglücklich ge-