Druckschrift 
3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
Entstehung
Seite
805
Einzelbild herunterladen
 

Note 26. Eleascir ben Ananias und die achtzehn Verbote. 805

spsoiall. IsKidus hervorzugehen scheint, daß er wegen Beteiligung an dem Ge-meinwesen den idealen Geistesflug von ehemals eingebüßt habe. Der tugend-feindliche Neid habe ihn plötzlich überfallen und nicht eher geruht, bis er ihnin die große Flut der Sorgen für das Gemeinwesen geworfen hatte: Hxara/9alkkv kt? Trkltt/o? riüv ev Tro/.-rcl« Pgovr/üwv (^1. II, 300)

Daniit spielt er wahrscheinlich auf die Drangsale der alexandrinischen Judäerunter Caligula an und auf die an ihn ergangene Aufforderung zur Be-teiligung an der Gesandtschaft. Diese Vorgänge hatten ihn aus dem philo-sophischen Stillleben herausgerissen. Philo hat also wohl seine ersten Schriftenunter Claudius verfaßt. Nur dieHypothetika" lo. S. 803) mögen früherniedergeschrieben sein gegen Apions Machinationen zur Abwehr der Anschuldigung,daß das Judentum menschenfeindlich wäre fVgl. hierzu die AusführungenCohns a. a. O. S. 420 ss.j.

26.

Glrasar 1>r,» Ananias uni» dir achtzehn Uerbate (--- n )

Der innere Zusammenhang, welcher zwischen den strengen Maßregeln derSchammalten namentlich gegen die Heiden und zwischen dem Paroxysmus derZeloten im judäischen Kriege gegen die Römer nach meiner Annahme bestehensoll, ist auf fast verketzernden Widerspruch gestoßen, und ich fühle mich auch hierherausgefordert, dieses höchst interessante Thema ausführlich zu behandeln; dieEntscheidung über manche literar-historischen Fragen hängt ebenfalls davon ab.Den Ausgangspunkt für dieses Thema bildet die Nachricht der Mischna (Sabbatl3b), daß es zu einer Zeit, als die Weisen einen gewissen Anania benChiskia ben Garon während seiner Krankheit besuchten, über gewisse Punktezur Abstimmung gekommen sei, daß dabei die Schammalten, die in der Majoritätwaren, den Sieg über die Hilleliten davon getragen, und daß sie an diesemTage18 Dinge" verboten hätten*). Die Punkte, die hier zur Ver-

*) Für jeden Talmudkundigen ist die Angabe in der Mischna sSabb. I, 4jund die sich daran anknüpfende Bemerkung in der Gemara höchst dunkel. Inder ersteren werden einige Bestimmungen bezüglich des Sabbats angeführt, unddarauf folgt in:: . wpa*: p-- .-'pm p n«uv rn-h>-.- i-u:

ovo i- i-» -'--- n"> >u-v i--i. Dabei entsteht die Frage,

gehörten die voraufgehend ausgezählten Sabbatgesetze zu der Kontroverse überdie 18 oder die folgenden? pn ihn, iu pn i^u? (batst. das.). In der Possstradas. I, 1819 heißt es dazu: . '-ip- ,-u.-i 2 - nu pu'-r> -- i-:-u au- ,-

ü-i wai na: . nun i- 2 u au- 1 - . n>- -p 'U 2 v ru- 1--1 na:.

Hat die Kontroverse sich nur auf 18 Punkte beschränkt und sind dabei dieSchammalten in der Majorität gewesen, oder ist außer über die 18 noch überandere Punkte votiert worden? Im .Iern8e>i. (das. 3 o.) heißt es: i-w --- unip-m --- n">-i (uan) i-- --- n">-i; das ist zu viel. Im Babli dagegen werdennur zweierlei unterschieden (14 b): n"'-i i->- --- ^un-v> -au -- -au

Ich meine, daß dis Konfusion aus dem Mißverständnis des Ausdruckes--- n"- entstanden ist. Wie weiter nachgewiesen ist, betrafen diese lediglichdie Absonderung von Heiden. Es war eigentlich bloß eine einzigeBestimmung, sie umfaßte aber achtzehn Objekte, welche verbotenwurden, gewissermaßen: p- --- n"> -v i-i-. Diese Abschließung hat die

Schammaitische Schule ganz allein zum Gesetze erhoben: 'uav> w- i-». DieHilleliten haben sich gar nicht dabei beteiligt. Sie waren gewiß gegen dieseSeparation. Aber zu Diskussionen und zur Abstimmung darüber war keine