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Geschichte der Juden.
Korinlh mit Aquila aus Pontus und dessen Weibe Priscilla zusammengetroffen,welche mit allen anderen Judiiern damals vom Kaiser Claudius aus Romausgewiesen worden seien'). Aber selbst wenn das Faktum historisch wäre, sowürde es auch nichts für die Chronologie in Paulus' Lebenslauf beweisen, dadie Zeit der Ausweisung nicht bekannt ist; es ist aber nicht einmal begründet.Denn Dio Cassius erzählt mit unzweideutigen Worten: Es sei Claudius schwergefallen, die Judäer, welche sich wieder in Rom sehr vermehrt hatten (nach derAusweisung unter Tiberius) wegen ihrer Menge aus der Stadt zu weisen.Er habe sie daher nicht verbannt, sondern nur denen, welche nach ihrer Sittelebten, verboten, sich zu versammeln"). In der Tat ist es auch nicht denkbar,daß Claudius, welcher mit dem patriotischen König Agrippa I. so eng befreundetwar, ja dem er teilweise seine Thronbesteigung verdankte, dessen Stammes- undReligionsgenossen aus Rom vertrieben haben sollte. Allerdings berichtet Sueton,Claudius habe die Judäer, welche durch Anstiftung eines Agitators Chrestusöfter Unruhen verursachten, aus Rom verwiesen"). Aber dabei fehlt die Zeit-angabe. Wenn das Faktuni nicht mit Dio Cassius' Relation in Widerspruchstehen soll, so muß es in Claudius' letzten Jahren stattgefunden haben. Eshängt jedenfalls mit den Streitigkeiten zusammen, welche in Nom zwischenJudäern und Judenchristen entstanden sein müssen. Der impulsor Olirsstrmist zwar nicht Christus, aber wohl ein Apostel dieses Namens, welcherauch in einem der Paulinischen Briefe jvgl. oben S. 423s vorkommt. War inRom eine Bewegung durch einen christlichen Agitator entstanden, so kann sienicht in Claudius' ersten Jahren, sondern muh in dessen letzten Jahren aus-gebrochen sein sso auch Schürer IV", 32f.s, und mag die Ausweisung aus Nomzur Folget gehabt haben. Jedenfalls ist diese erst nach 44 anznsetzen, d. h.
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Diese Ausweisung kann durchaus keine totale gewesen sein, wie selbst ausSuetons kurz hingeworfener Notiz hervorgeht, wenn man sie mit dem Passusvergleicht, welchen derselbe Historiker gebraucht, um die Ausweisung der Judäeraus Nom unter Tiberius zu erzählen (Tiberius 36). Und in der Tat be-fanden sich unter Nero Judäer in Rom. Poppäa begünstigte sie lJosephus^.nt. XX, 8, 11. Vita 3). Der judäische Schauspieler Alityros war ein Lieb-ling Neros. Aus Senecas Äußerung über die Schädlichkeit der Judäer gehtmit Bestimmtheit hervor, daß sie zu seiner Zeit, d. h. unter Nero, zahlreichauch in Rom gewohnt haben müssen. Es ist allerdings an dieser Stelle nurvon solchen die Rede, welche die Riten des Judentumes beobachten, also vonganzen oder halben Proselyten; indessen wenn es solche in Rom gab, oderwenn solche geduldet wurden, müssen auch geborene Judäer geduldet wordensein, an die sich jene angelehnt haben. Auch aus der Apostelgeschichte (28.17 fg.) würde folgen, daß Judäer zur Zeit von Paulus' Ankunft (um 62) unterNero in Rom ungestört gewohnt haben, da der Apostel die Vornehmsten der-selben zusammenberufen und sich vor ihnen von der in Jerusalem gegen ihnerhobenen Anklage gerechtfertigt haben soll. Aber diese Quells ist für das ge-schichtlich Tatsächliche so unzuverlässig, daß wenig darauf zu bauen ist. Jeden-falls waren unter Nero Judäer in Rom. Folglich kann die von Sueton er-zählte Ausweisung unter Claudius nur eine partielle gewesen sein. Nur dieTumultanten nebst Chrestus mögen ausgewiesen worden sein.