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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

seiner ersten Reise zu zählen, sondern von seiner Bekehrung, wie die meistenAusleger annehmen, und besonders der auf chronologische Akribie achtsameWieselet). Es käme also darauf an zu wissen, in welchem Jahre der Galater-brief geschrieben ist. Aber darüber läßt sich nichts Bestimmtes angeben, daherist das Moment der Abfassungszeit ein Tummelplatz für subjektive Exegese undChronologie. Die Nachschrift der Epistel sagt allerdings, daß sie aus Romdatiert ist"). Nach Rom kann Paulus zwischen 6062 gekommen sein (wie nachder Angabe der allerdings chronologisch wenig zuverlässigen Apostelgeschichteangenommen wird). I. Fr. Köhler und Schräder setzen die Abfassungszeit desGalaterbriefes erst in das Jahr 60, nach der ersten Christenversolgung inRom und gar nach Neros Tode. Aber selbst wenn die Epistel bald nach Paulus'Ankunft in Rom geschrieben sein sollte, so kann man zu den 14 Jahren seinerBekehrung") noch vier Jahre zugeben, und sie würden doch nicht über dasJahr 44 hinausgehen. Allerdings verwerfen dis neueren Ausleger die Nach-schrift der Datierung aus Rom als unecht. Aber die Kirchenväter Eusebius,Theodoret und Hieronymus haben sie als echt angenommen. Der letztere beweistsogar aus dem Schlüsse des Briefes, wo Paulus von denMalzeichen"(or.^«r«) spricht, die er an seinem Leibe trage (6, 17), d. h. von seinenWunden, daß er ihn nach überstandcnen Leiden in Rom geschrieben haben müsse.

Die Beweise für die frühere Bekehrung nehmen sich recht seltsam aus.Wieselers Argument stützt sich auf den Tadel an den Galatern, daß sie Tage,Monate, Zeiten und Jahre beobachten; unter Jahren sollen Sabbatjahreverstanden sein. Die Epistel an die Galater müsse also im Jahre 55 ge-schrieben sein, da dieses gerade ein Erlaßjahr gewesen sei'') ssür dasselbe Jahrentscheidet sich auch Lipsius a. a. O. S. 11 aus anderen Gründenj. Aberwas hatten die Galater oder die Kleinasiaten oder die Römer mit dem Sabbat-jahre zu tun? Selbst wenn die Galater Judenchristen gewesen wären siewaren bekanntlich Heidenchristen so gingen sie die Gesetze des Sabbatjahresgar nichts an, da diese lediglich für Palästina vorgeschrieben sind, und außer-halb dieses Landes kein Judäer verpflichtet war, weder nach biblischer noch nachpharisäischer Vorschrift sie zu erfüllen. Haben die Galater ober Judäer imAuslands überhaupt etwa ihre Felder am Sabbatjahre brach liegen lassen?Dieses Elementare aus der biblischen und pharisäischen oder rabbinischenGesetzesvorschrist sollte doch bekannter sein. Paulus macht den Galatern zumVorwurf, daß sie noch in Heidenweise den Elementen (o-ro^kla) dienenund Mondzeiten und Jahre beobachten"). Der Beweis, daß der Galaterbriefim Jahre 55 (oder nach Hausrath im Jahre 53), in einem Sabbatjahre ge-schrieben sei, und daß demzufolge Pauli Bekehrung 14 (oder 17) Jahre vorhererfolgt sein müsse, beruht also auf Unkenntnis der Verhältnisse und sollte nichtmehr geltend gemacht werden. Der zweite fast allgemein aufgestellte Beweis

') Kommentar zum Galaterbr. S. 90, 590 sS. jedoch Lipsius im Hand-kommentar zum N. T. II, 2, S. 22s.,

") Von den 14 Jahren seit seiner Bekehrung spricht Paulus auch imKorintherbrief II, 12, 2.

*) Komment, zu Galatbr. 4, 10 und S. 542.

") Sonderbar ist es, daß Hausrath diesen Vers richtig auf heidnischeSitten (Neutest. Zg. III,. 2, S. 138), aber in Widerspruch mit sichselbst ihn an einer anderen Stelle doch auf das Sabbatjahr bezieht (S. 174)und auch dieses als chronologisches Moment aufstellt (S. 53 N.).