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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

Kaufbedürftigen zumuten, den beschwerlichen Weg zu dem Ölberg im Osten zumachen? Folglich können diese Zedern und die Verkaufshallen nur sDer Schlußist keineswegs zwingend) im Nord osten von Jerusalem, bei oder in Bethaniengewesen sein. Auch in Bezetha oder in der Neustadt war ein Markt mit Ver-kaussläden für Wolle, Erzgefäße und KleiderZ. Wenn in der Mischna voneinem Markte der Woll Händler oder der Taubenzüchter in Jerusalemdie Rede ist^), so muß man sich darunter die Vorstädte von Jerusalem denken.Die inneren Stadtteile, die Ober- und Unterstadt, waren Quartiere für dievornehmen Geschlechter und Reichen. Hier standen Paläste, das Rathaus, dasArchiv, der Lystos. In den engen Gäßchen der Neustadt (/r-.ä/ro- ork»mno->dagegen wohnten die Handwerker und Geschäftsleute. Weiter hinaus nachNorden waren Märkte für Vieh und Vögel, die für das Opferbedürfnis sorgten.Die Kaufhallen des Dorfes Bethanien müssen also im Norden undzwar außerhalb der Bezetha gelegen haben, wo freie Plätze für ganze Vieh-herden waren, welche besonders zu den Festzeiten zum Kauf feilgeboten wurden.

Es haben sich uns als sicher folgende Resultate ergeben: Die VorstadtBezetha bestand aus zwei Quartieren: der Neustadt an dem hohen HügelBezetha, dem niedrigen Teile, welcher früher angebaut war, und der eigent-lichen Bezetha auf dem Hügel selbst. Beide lagen in dem Terrain, das sichnördlich vom Tempel befand, die Neustadt mehr östlich und die Bezethamehr westlich. Die letztere Vorstadt, wurde erst von Agrippa I. umwallt; dieMauern aber konnten wegen Mißtrauens des römischen Hofes nicht vollendetwerden. Indessen muß die Nmwallung doch geschlossen gewesen sein. BeideVorstädte nahmen einen ziemlichen Raum ein, etwa 6 Stadien. Beide galtenin der letzten Zeit als Bestandteile Jerusalems und hatten einen, wenn auchverschiedenen geheiligten Charakter; die Neustadt galt als vollkommen mitder Altstadt gleich, die Bezetha dagegen wurde von denGenossen" nicht alskonsekrierter Stadtteil angesehen. In keiner von beiden kann es einen Be-gräbnisplatz oder Grabeshöhlen gegeben haben, sonst hätten dort die Opferteilenicht von Laien verzehrt werden dürfen. Daraus folgt, daß Golgatha oderdas Grab, worin Jesus beigesetzt wurde, weit ab auch von diesen Vorstädtengelegen haben muß. Die gegenwärtige Lage der Grabeskirche inmitten desheutigen Jerusalem beruht demnach mit Notwendigkeit auf einer mönchischenFiktion. Das Terrain, auf dem beide Vorstädte lagen, wurde auch alsÖl-berg" bezeichnet, selbst noch dasjenige, welches außerhalb desselben lag. Ausdiesem lagen die Dörfer oder Vorstädte Beth-Phage und Bethanien (Bet-Hine), und zwar nördlich von Bezetha. Die nördliche Mauer um diesen neuenStadtteil streifte an Beth-Phage vorüber. In Bethanien waren Verkaussplätze,wo auch Opfertiere eingekauft zu werden pflegten. Hier hatte das Synhedrion inseiner Eigenschaft als gesetzgebende Behörde eine Zeitlang, angeblich 40 Jahre vorder Tempelzerstörung, seinen Sitz aufgeschlagen, in einer der Hallen von Beth-Hine.

Wenn auch die Zahl 40 unhistorisch ist (o. S. 74ö), so ist doch an derTatsache der Auswanderung des Synhedrion nicht zu zweifeln. Diese Traditionfällt wohl zusammen mit der anderweitigen Nachricht im Talm. Jeruschalmi(Sanhedrin I. Anfang und VII, p. 24b), daß noch vor dem vierzigsten

*) Jvsephus j. Kr. V, 8, 1: xal 7^? XULV^§ 770>.kl,ie 7 k xcri

Das Wort 222 bedeutet nach Aruch und Raschi Taubenzüchter,vgl. Join-Tob, toi. 29