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Geschichte der Juden.
jedenfalls „Ölhaus" uim-ma wie zuerst Blau, wenn ich nicht irre, aufgestellthat. Nach Josephus' Angabe (o. S. 774) lag der Hügel Bezetha der Antoniagegenüber. Das würde also bedeuten: vom Tempel aus betrachtet, nordwestlich.Diesen Punkt müßte man aber in einiger Entfernung von der Antonia denken.Denn selbstverständlich — und von der talmudischen Tradition wird dies be-stätigt — muß der niedrig gelegene Stadtteil näher der Altstadt gelegen haben,da er zuerst bebaut und mit einer Mauer versehen war, während der höhergelegene, welcher erst später zur Stadt geschlagen wurde, entfernter vom altenJerusalem gelegen haben muß. Oder lag die niedrigere Neustadt mehr östlich,wie Levin ausgestellt hat? Dieser Punkt kann nicht genau ermittelt werden.Jedenfalls müssen, wie gesagt, die beiden neuen Stadtteile einen ziemlich großenRaum eingenommen haben. Die ganze Ebene, die sich in dem gegenwärtigenJerusalem vom Ende der Nordmauer beim Austreten aus dem Damaskustoreund dem Stephanustore bis in die Nähe der Königsgräber oder des Denkmalsder Helena erstreckt, gehörte wohl zu Bezetha, also die sogenannten Aschen-hügel, der mohammedanische Begräbnisplatz im Norden, die sogenannteJeremiä-Grotte, die Baumpflanzungen. Robinson hat den Raum zu geringangeschlagen, wenn er ihn aus ungefähr 15 Minuten nördlich vom Damaskustorbis zum Grabmal der Helena berechnet hat; er beträgt viel mehr. Der Umfangläßt sich vielleicht noch durch Zahlen feststellen.
Josephus berechnet den Umfang der ganzen Stadt Jerusalem auf 33 Stadien^).Dagegen bestimmt ein Vermesser Syriens, der vor Alexander Polyhistor ge-schrieben hat, also vor 80—60 vorchr. Z., den C. Müller mit dem GeodäsenPenophon aus Lampsakus identifiziert, den Umkreis Jerusalems nur auf 27 Stadien(Zitat bei Polyhistor in Eusebius' praeparatio evaii^el. IX, 36, p. 452: „»tk/t-v ri v rhr Tröt-I- orc-ö-MV !l«oor e/rr»>. De Saulcy
hat einen Widerspruch zwischen den beiden Zahlenangaben gefunden und Josephusder Übertreibung und Ungenauigkeit beschuldigt. Aber beide Zahlen könnenrichtig sein. Zum Beweis mag dienen, daß die Belagerungsumfassung, dieTitus rings um Jerusalem ziehen ließ, 39 Stadien betrug (Jos. j. Kr. V, 12, 2),da sie in einiger Entfernung von Jerusalem (nach drei Seiten) aufgcrichtet war.Der griechische Vermesser oder Lenophon hat gewiß von dem Umfang Jerusalemszu seiner Zeit, spätestens zu Ende des zweiten oder Anfang des letzten vorchr.Jahrhunderts, also etwa zur Zeit Hyrkans I. oder Alexanders I. gesprochen.Damals kann Jerusalem nicht mehr, als 27 Stadien (etwa 5 Kilometer) großgewesen sein. Josephus berechnete aber den Umfang desselben aus seiner Zeit,als bereits zwei neue Stadtteile hinzugekommen waren. Damals kann Jerusalem33 Stadien, 6 Stadien mehr, betragen haben. Die Differenz gegen früherwäre also 6 Stadien; diesen Umfang, etwas über 1 Kilometer, muß mindestensdie Bezetha gehabt haben.
Die meisten Pläne Jerusalems, welche Zimmermann zusammengestellt hat,erweisen sich nach dieser Untersuchung als falsch, weil sie einmal der Bezethanur einen schmalen F-lächenraum geben und dann Oberbezetha und Unter-bezetha oder die niedere Neustadt von der höheren Hügelstadt Bezetha nichtunterscheiden. Ziemlich richtig ist nur der Plan von Schultz, der den HügelBezetha zeigt — freilich nicht in richtiger Lage —, ferner der von Williams,
^) Jüd. Kr. V, 4, 3: ryi,' Troikas rlr ö nac: xvxloe oracklk-x r),' ryrol-