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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Note 22. Die Vorstadt Bezetha.

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auch Josephus aussagt, er sei zur Stadt gezogen worden, wurde gewiß durchirgend einen Akt konsekriert, und dadurch war es ermöglicht, in demselbenauch Opferfleisch und zweiten Zehnten zu genießen. Zu welcher Zeit dieseKonsekration stattgefunden hat, wußte der Tradent Abba Saul selbst nichtmehr; man dachte sie sich zur Zeit der Rückkehr aus Babylonien vollzogen.Wahrscheinlich ist die Konsekration zur Zeit der Hasmonäer erfolgt. UnterHerodes bestand bereits die Bezetha. Aber dieser neue niedere Stadtteilgenügte mit der Zeit dem Bedürfnisse nicht. Die immer mehr anwachsendeBevölkerung begann auch den höheren Teil, den Hügel Bezetha, mit Häusernund Straßen zu bedecken. Die hier augesiedelte Bevölkerung war nun inVerlegenheit, solange dieser Teil nicht umwallt war, da sie Opferteile undZehnten nicht an ihrem Herde verzehren durfte, sondern sich damit nachden Stadtteilen innerhalb der Mauern begeben mußte. Diesem Bedürfnissesollte durch Agrippas Unternehmung, eine dritte starke Mauer um die ganzeBezetha, d. h. den Hügel, zu ziehen, abgeholfen werden. Da er aber das Werknicht vollenden und auch nicht rituell korrekt konsekrieren konnte, so behielt derhöhere Teil einen nur unvollständig geheiligten Charakter (;mN7WZ nneni,?). Die Frommen betrachteten ihn daher als außerhalb Jerusalemsgelegen; nur das weniger skrupulöse Volk, die Handwerker, Ackerbauer unddie Auswärtigen, nahmen es nicht so genau damit und verzehrten auch in derhöher gelegenen Bezetha die geweihten Speisen, das Passahlamm und denZehnten.

Einen noch größeren Gewinn bietet diese Tradition für die Bestimmungder Lage des Bezetha-Stadtteils. Was bei Josephus nur angedeutet wirdso. S. 77t), daß die Neustadt zum Ölberge gehört hat, das ist in der talmu-dischen Quelle unzweideutig gegeben. Beide Teile lagen auf dem Ölberge(^>-w-v7i n.n a-'-rr mr-). Da man aber nicht daran denken kann, sie auf denÖlberg im Osten zu verlegen, so ist man genötigt anzunehmen, daß zwischender Haupthöhe des Olbergcs (Et-Tur) in der Mitte und der nördlichen Höhe,welche von den Christen viri Llaiiiasi genannt wird, ich sage, daß zwischen diesenbeiden Punkten die Abdachung nach Westen zu ebenfalls Ölberggenannt wurde. Die verfallenen Gräber unweit der sogen. Nichtergräber,welche eine Höhe von 768 Meter messen und südlich von den sogen. Königs-gräbern oder dem Grabmal der Helena liegen, können recht gut Reste vomBezetha-Hügel sein. Denn die beiden neuen Stadtteile haben jedenfalls einenweilen Flächenraumeingenommen. Josephus beschreibt den Lauf der dritten Mauerum Bezetha, und sagt, daß sie gegenüber dem Grabmal der Helena vorbeiging(jüd. Kr. V. 4, 2: L-rrrre- xoeKrsxoi-

Dieses Denkmal lag nur drei Stadien von Jerusalem entfernt (Altert. XX, 4, 3:

or-äör« -rße Trll/.LMs) Damit ist nicht gesagt, daß das

Grabmal drei Stadien von der Einfassungsmauer im Norden entfernt war,sondern es könnte eben so gut bedeuten: so weit von der angebauten Stadt.Die Mauer kann dicht beim Grabmal vorbeigezogen sein. Nun beträgt derRaum von der jetzigen Stadtmauer im Norden bis zu den Königsgräbern oderdem Grabmal der Helena mehr als 1 Kilometer, und von dem Nordende derMoschee, dem mutmaßlichen Platze des ehemaligen Tempels, beträgt die Ent-fernung beinahe l250 M. Dieser Raum gehörte also größtenteils zu den Stadt-teilen der Bezetha. Der höher gelegene Teil konnte also noch zum Ölbergegerechnet werden. Ob der Hügel Bezetha von seinem Zusammenhänge mit demÖlberg seinen Namen hat, mag dahin gestellt sein. Denn der Name bedeute