Note21. Präzisier, d. Zeit f. d. d.Jud. betr. Borg, unter Caligula. 771
seinem Tode gegen Ende Januar 41, in fünf Monaten sich abgewickeltHaben.
Nach diesen Resultaten können die Angaben Schürers bezüglich der Chrono-logie dieser Begebenheit berichtigt werde». Die Berichtigung dürfte dem HerrnVerfasser selbst lieb sein, da sein Streben dahin geht, in der neutestamentlichenZeitgeschichte exakter als seine Vorgänger Keim und Hausrath die chronologischenPunkte zu präzisieren. S. 27i>f. sjetzt 1^, 334s, gibt Schürer an, Petroniusmüsse seine syrische Statthalterschaft schon im Jahre 39 übernommen haben, daer nach Philo zur Erntezeit, also April 40, bereits in Palästina war. Wirhaben aber die Überzeugung gewonnen, daß auf Philos Zeitbestimmung nichtszu geben ist, da er sich selbst widerspricht und selbst angibt, die Vorgänge inJudäa seien während der letzten Monate Caligulas vorgefallen. — S. 256 re-feriert Schürer: „Im Winter 30/40 schickten sjetzt vielmehr: „im Jahrs 40,wahrscheinlich im Frühjahr", vgl. Anm. 174, S. S02s die Alexandriner eine Ge-sandtschaft an den Kaiser." Das ist unrichtig, da Caligula damals in Gallienoder Germanien weilte, und die Gesandten doch wohl nicht nach Rom gereistsein werden, während der Kaiser von Rom abwesend war. Die Gesandtenkönnen erst September 40 nach Nom gekommen sein. — Ebenso unrichtig istdie Darstellung S. 2S7 sjetzt 1°, 507s, daß Petronius Winter 39/40 dem knaben-haften Verlangen Caligulas schweren Herzens gehorchte. Der Befehl, die Bild-säule aufzustellen, traf nicht im Jahre 39 ein, sondern, wie wir gesehen,um Oktober 40. Schürers chronologische Fixierung ist um so ausfallender,als er mit Recht gegen Keim hervorhebt, daß nicht bloß die Audienz der Ge-sandtschaft, sondern auch deren erste Begegnung mit dem Kaiser nach dem ger-manischen Feldzuge, also nach August 40 stattgefnnden haben müsse, indemdiese selbst die /'kg^o-r-xH v-x^ des Kaisers erwähnt (l-SK. Z 45 sbl II, 598j).Und doch behauptet er: dis Gesandten müssen Anfang des Jahres 40 nachRom gekommen sein (das.). Aber was sollte» sie in Rom ausrichten, wennCaligula zur selben Zeit in Gallien die Reichen ausplünderte und Todesdekreteerließ? Man muß daher das Eintreffen der Gesandtschaft während CaligulasAnwesenheit in Nom ansetzen — wie es ja Philo selbst darstellt — undzwar, wie wir gefunden haben, wohl in dem September 40.
Schürers Tafel der zeitlichen Aufeinanderfolge der berichteten Ereignisse(S. 261s sjetzt Ib, S. 506, Anm. 187)) ist daher größtenteils unbrauchbar, daer von zwei falschen Voraussetzungen ausging: Die eine, daß Petronius Bild-säulenbsfehl Winter 39/40 eingetroffen sei, und, was eine Konsequenz derselbenist, daß Petronius mit den Judäern deswegen Sommer 40, als dis Ernte be-vorstand, die Verhandlung geführt habe. Die andere, allerdings nur mut-maßlich aufgestellte Voraussetzung, daß die Nachrichten von Rom nach Palästinaund vies versa unterwegs im Durchschnitt zwei Monate brauchten. Schürerfügt hinzu, daß zum Eintreffen der Korrespondenz von Petronius an den Kaiserund vice versa nach und von Gallien ebenso viel Zeit erforderlich gewesen sei.Er stellt daher auf, daß Petronius im April 40 an Caligula, d. h. nachGallien, berichtet habe, und ebenso, daß Caligula das Schreiben im Juni 40beantwortet habe, d. h. von Gallien aus. sVon Gallieu spricht Schürera. a. O. nicht.) Diese Annahme steht aber im grellen Widerspruch zu denbeiden Hauptquellen, da Philo und Josephus den Depeschenwechsel zwischenPetronius und Caligula nach und von Italien stattfinden lassen. Kurz,Schürer ist ebenso wie Keim, um eine vergebliche Ausgleichung des chrono-logischen Punktes zwischen Philo und Josephus zu treffen, zu unrichtigen Vor-
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