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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Juden.

ES handelt sich jedoch bei der vorliegenden Untersuchung zunächst um das,was drei Jahre später (-10/41) geschehen ist. Die Nachricht von Caligulas Todeam 24. Januar 41 wurde ohne Zweifel so rasch als möglich von den Konsulnund dem Senat nach allen Richtungen der Windrose verbreitet. Für die rö-mischen Gouverneure in Syrien und Palästina war der kürzeste Weg zur Be-nachrichtigung der zu Wasser über Alexandrien. Da die Schiffahrt zur Winters-zeit mit Schwierigkeiten verbunden war, so darf man wohl annehmen, daß einMonat vergangen ist, bis Petronius und die Bewohner von Jerusalem diesefür beide frohe Botschaft erhielten. Sie ist also Ende Februar eingetroffen.Nach Megillat Ta'anit traf sie am 22. Schebat ein, wie bereits öfter angegeben.Der Monat Nissan und das Passasest koinzidierten also auch in diesem Jahremit dem April.

Mit diesem Kalkül können wir besser operieren, um die chronologischenData für die Begebenheiten zu präzisieren. Verfolgen wir diese rückwärts.Ende Februar -- 22. Schebat traf die Nachricht von Caligulas Tode ein.Nicht lange vor seinem Tode, so bald ihm Petronius' abmahnendes Schreibenzugegangen war, hatte er das Drohschreiben an diesen Statthalter erlassen.Nehmen wir an, daß das erstere zwischen dem 15. und 20. Januar 41 erlassenwar, so hatte in dieser Zeit Caligula Petronius' abmahnendes Schreiben bereitserhalten. Es war also etwa Mitte Dezember 40 von Petronius abgesandtworden. Zu dieser Zeit hatte Petronius längere Zeit mit den Jndäern ver-handelt, nach Josephus 50 Tage nach dem gewöhnlichen Beginn der Ernte. DieVerhandlung nach dem Eintreffen des Bildsäulenbefehles von seiten Caligulasbegann also im Oktober. Nach dem Scholion zu Megillat T. traf die Nachrichtam 14. Tischri ein, wogegen kalendarisch nichts einzuwenden ist. Die Judäerin Palästina können von dem ihnen auferlegten Zwang im Oktober nach Romberichtet haben, vielleicht an den damals dort weilenden König Agrippa, damiter für sie bei dem ihm befreundeten Kaiser eine Fürbitte tun möge. DieseNachricht kann im November in Nom eingetroffen sein, und die Judäer in Romhaben sich beeilt, den alexandrinischen Gesandten sofort Mitteilung davon zumachen. Diese waren mitten im Winter nach Rom' gereist. Diese Reise darfaber nicht allzuspät angesetzt werden. Denn da die alexandrinische Gemeindeeine geraume Zeit hindurch von den alexandrinischen Heiden geplagt worden war,so haben sich die Gesandten unstreitig beeilt, sobald die Rückkehr Caligulas be-kannt geworden war, sich zu ihm zu begeben, um Abhilfe von ihm zu erbitten.Sie sind also wohl im September sim Oktober!) nach Rom gereist. Im Novemberoder anfangs Dezember können die Gesandte» die erschütternde Nachricht erfahrenhaben, daß dem Tempel in Jerusalem Entweihung drohe, und diese Nachrichtmachte sie schwankend, welche Schritte sie weiter verfolgen sollten. Die ganze, dieJudäer betreffende Angelegenheit, sowohl die Reise der Gesandtschaft an den Hofdes Kaisers, wie dessen Befehl vom Aufstellen der Bildsäule, kann also innerhalbder Zeit seit Caligulas Rückkehr von seiner Expedition, von Ende August 40 bis zu

stellung der Monatsanfänge und der Schaltjahre benutzt worden ist. Es hatalso eine Ausgleichung des Sonnenjahres und Mondjahres oder die regelmäßigeJnterkalation innerhalb eines Zyklus stattgesunden, und die Jahresformendürften nicht viel von denen, welche seit der Einführung eines konstantenKalenders üblich sind, differiert haben. (Vgl. o. S. 714 s.). sVgl. zu der ganzenFrage Zuckermann, Materialien zur Entwicklung der altjüdischen Zeitrechnungim Talmud. (Breslau, 1882, 8), S. 57 ff.)