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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
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Geschichte der Jude».

zuerst die Trauerpost aus Palästina vernommen hatten und sie den Gesandten,von deren Schritten sie Kunde hatten, zur Instruktion überbracht haben.

Was folgt nun mit voller Gewißheit aus allem diesen oder aus dereigenen Relation bei Philo? t) Daß die Vorgänge in Judäa vom Aufstellenhet^ildsäule unmöglich im Jahre 39 vorgesallen sein können, sonst hätten dieGefaschten vor ihrer Abreise nach Italien, Winter 40, Kunde davon habenfnüssen?' 2) Daß sie aus demselben Grunde auch nicht im Frühjahr 40 vor-gefallen sein können, auch abgesehen davon, daß Caligula in dieser Zeit inGallien oder Germanien geweilt hat. Es folgt aber auch 3) daraus, daß Cali-gulas die Bildsäule betreffender Befehl erst im Herbst erlassen worden seinmuß. Die Gesandten waren mitten im Winter nach Italien zur Audienz ge-reist, d. hi Sdytember-November 40, und erhielten die Nachricht von der beab-sichtigten Tempelentweihung erst, als sie bereits einige Zeit in Rom geweilthatten. Bis die Nachricht darüber von Palästina nach Italien gelangen konnte,kann doch nicht eine gar zu lange Zeit verstrichen sein, oder nur so viel, alsDie Schiffahrt dauerte. Es folgt also entschieden daraus, daß die Peripetiendieses zu einer Tragödie angelegten Stückes nur innerhalb der Zeit von 5 Ato-nalen spielten, vom 31. August 40, Caligulas Rückkehr von seiner Expediton,his zum 24. Januar 41, Caligulas Ermordung. Josephus' Zeitbestimmung,)daß die Bildsäulengeschichte in Judäa im Spätherbste, während der Saat-zeit begonnen hat, wird also von dem Bericht in der Phiionischen Schrift selbstbestätigt.

Es folgt indessen noch ein Viertes aus dieser letzten Darstellung von derArt, wie die Kunde Philo und seinen Mitgesandten zugekommen war. Es er-gibt sich daraus, daß Philo nicht als klassischer Zeuge gelten kann. Er hattedie erste Nachricht von der beabsichtigten Tempelschändnng nicht aus erster,sondern wohl aus zweiter oder dritter Hand erfahren. Er selbst erzählt sieuns so, daß zuerst ein Mann in großer Bestürzung ihnen die Vorfälle nur inallgemeinen Umrissen mitgeteilt habe:Hin ist der Tempel!" Dann seien noch'einige Personen hinzugekomme», und von diesen habe er einiges Detail überdie Veranlassung erfahren. Die Berichterstatter selbst waren ohne Zweifel, wieoben angegeben, judäische Römer, welche die Schreckensnachricht nur aus Pa-lästina erhalten haben können. Philo kannte also die Vorgänge nur vonsolchen, die nicht selbst Zeugen derselben waren. Von wem er den ausführlichenBericht hatte, den er von H 31 bis 42 mit rhetorischer Ausschmückung wieder-gibt, ist nicht bekannt. Er hat ihn erst viel später komponiert, während Claudius'Regierung, nachdem der Ägypter Helicon, der Caligula zur Feindseligkeit gegendie Judäer gereizt hatte, von dem erstern dem Tode geweiht war (tz 30 Endeölan^sz- II, y. 576, Z. 2Lfg.). Philos Bericht, selbst wenn er authentisch vonihm stammen sollte, kann daher bezüglich des Details durchaus nicht als authen-tische Quelle gelten. Abgesehen davon, daß er mit rhetorischen Floskeln über-laden ist, erscheint die Rolle, die er den König Agrippa in diesem Drama spielenläßt, durchaus charakter- und geschichlswidrig. Wir dürfen also auf Philoschronologische Angabe in dieser Geschichte wenig oder gar nichts gebe». Er hatsie deswegen in die Erntezeit verlegt, um Raum für die verschiedenen Vorgängezu haben. Petronius habe die Zeit, die ihm bis zur Anfertigung der Bildsäulegeblieben sei, dazu benutzt, um dem Dilemma möglicherweise zu entgehen (Z 31):

xcrrcrsxei'^v kV Hätte sich die Geschichte innerhalb

eines Zeitraumes von 5 Monaten abgespielt, so hätte Philo das Moment zur