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3. Geschichte der Judäer von dem Tode Juda Makkabi's bis zum Untergange des judäischen Staates 2 (1906)
Entstehung
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765
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Note 21. Präzisier, d. Zeit f. d. d. Jud. betr. Borg, unter Caligula. 765

waren, hatten also bis dahin gar keine Ahnung von dieser Sache, sie hattensie erst von einem Ankömmling als etwas ganz neues, kurz vorher Ein-getretenes erfahren. Die Betroffenheit derselben über diese sür sie entsetz-liche Neuigkeit schildert das folgende drastisch.Als wir über das Vernommeneerstaunt, entsetzt, kaum imstande, einen Schritt vorwärts zu setzen, und auch anKörperkrast gelähmt dastanden, kamen andere Boten, welche dieselbe Schreckens-post überbrachten. Darauf schlossen wir uns gemeinschaftlich ein und betrauertenunser besonderes und das gemeinsame Geschick." Das Besondere betraf dieAlexandriner, denen die Gleichheit entzogen wurde, und das Gemeinsame wardie drohende Tempelentweihung.Damit die unerträgliche Mißhandlung nichtfür immer erlassen bleibe'), sind wir mitten im Winter hinübergeschiffl, ohnezu ahnen, welcher Wintersturm zu Lande droht, viel heftiger als der zu Wasser.Wird es denn noch gestattet sein, wegen der (geschändeten) Proseuchen sich zu.nähern und den Mund aufzutun bei dem, welcher das Allheilige (?r«»-kgo»-)entweiht? Denn offenbar wird der sich wenig um die unscheinbaren und ge-ringer Ehre würdigen Bethäuser kümmern, welcher gegen den hervorragendenund weitberühmten Tempel wütet, auf welchen Morgen- und Abendland Hin-blicken, welcher der Sonne gleich überallhin erglänzt." Das Weiterfolgendestellt nun dar, wie die alexandrinischen Gesandten unschlüssig waren, ob sienoch Caligula um Erhaltung ihrer Gerechtsame anflehen sollten, aus Furcht,noch mehr Unglück für die Judäer dadurch herbeizusühren.Denn mit derEntweihung des Tempels ist zu fürchten, daß der neuerungssüchtige und frevel-hafte Mann (Caligula) befehlen werde den Namen des Volkes aus dem Ge-dächtnisse zu löschen."

Im weiteren Verlaufe erzählt die Schrift ferner, wie er und seine Mit-gesandten sich von denen, welche die Unglücksbotschast überbracht hatten, er-zählen ließen, was Caligula bewogen hat, die Tempelschändung zu befehlen

Darauf teile»'diese mit, daß sein Zorn im allgemeinen dadurch rege gewordensei, weil die Judäer ganz allein ihm göttliche Ehren versagten, insbesondereaber, weil die Judäer in der Stadt Jamnia einen ihm zu Ehren erbautenAltar zerstört hätten, und diese Beleidigung von ihrem Feinde, dem VerwalterCapito, dem Kaiser in starker Übertreibung mitgeteilt worden sei. Daraufhabe Casus beschlossen, statt des von den Judäern in Jamnia zerstörten Altarseine Kolossalbildsäule sür das Heiligtum der Hauptstadt errichten zu lassen.Alles dieses erfuhren Philo und seine Mitgesandten von Personen, welche dieseNachrichten mit Trauer und Entsetzen mitteilten. Sie erfuhren es erst, als sieCasus von Rom nach Puteoli gefolgt waren, um zur Audienz zugelasscn zuwerde». Während sie noch in Ägypten waren, wußten sie gar nichts von diesemVorfall, auch nicht als sie mitten im Winter die Reise von Alexandrien nachItalien gemacht hatten, ja nicht einmal während ihres länger« oder kürzernAufenthaltes in Nom, ehe sie nach Puteoli gekommen waren. Diejenigen, welchees den Gesandten voll Entsetzen mitteilten, hatten es selbst erst kurz vorher er-fahren; denn sie überbrachten es diesen als etwas ganz neues mit:

1 -« -.«->'»? Ohne Zweifel waren diese Berichterstatter judäische Römer, welche

') Der Satz M. 573, Z. 11: ü.-rtx 7WÜ kt? rat? kV »i'rot?

-ray«t'oztl«e? ^ kt/t blr-o? /Ikoou kükTrlkvaa/tkr-, ist durchaus unver-

ständlich. Mangey schlägt zwei Emendationen vor, die aber auch nicht befandersbefriedigen.