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Geschichte der Juden.
Frage ist, in Betracht ziehen, müssen wir uns in der Zeit orientieren. ImJahre 38 machte Caligula seine kindischen Feldzüge nach Germanien, Gallienund Britannien; die Zeit seiner Abreise ist unbestimmt, nur so viel wissen wir,daß er im Januar 40 in Lyon weilte (Sueton Caligula 17: Dsrtium (oousn-Intnm) uutem ImFUkinni iuüt solu.--). An seinem Geburtstage, 3>. August 40.kehrte er nach Rom zurück, und 24. Januar 4 l wurde er umgebracht. DerBefehl, seine Bildsäule aufzustellen, müßte also, wenn im Jahre 39 er-lassen, »och vor dieser Expedition ergangen sein; auch der erste Depeschenwechselzwischen Petronius und ihm müßte in diese Zeit gesetzt werden. Allein, sollteCaligula, welcher nicht mit sich spaßen ließ, Geduld gehabt haben, Petronius'Ungehorsam gegen seinen Befehl länger als ein Jahr zu ertragen? Diesechronologische Richtigstellung führt darauf, daß die ganze Bildsäulengeschichteerst nach Caligulas Rückkehr aus Gallien, nach August 40, anzusetzenist, und so läßt auch Philo die Korrespondenz zwischen Petronius und Caligulanach und von Nom aus führen. Richtig setzt daher Clinton den ganzen Vor-gang innerhalb des Jahres 40. (P-rsti Lvm. ack 40.) Dds ti-uwaokioii okkstronius, ckesoiibsck dz- ckoseplius nnck kdilo ars tixeck Hz- tlieüs inoicksnts t.oO. 40. Aber dabei muh die Einschränkung gemacht werden, im Jahre 40nach dem 3l. August, dein Tage der Rückkehr; dann wird aber die Angabe„z. Z. der Ernte", d. h. vor August dieses Jahres, erst recht verdächtig. UndKeims Darstellung, als wenn die Audienz der alexandriuische» Gesandtschaftvor Caligula noch im Winter 38/40 staltgefunden Hütte (a. a. O. S. 235), d. h.die Audienz in Italien, während der Kaiser in Gallien war, richtetsich selbst. Schürer, der in dieser Frage Keim folgt, nur daß er den chrono-logischen Widerspruch nicht so leichten Herzens wie jener nimmt, Schürer hatzwar diesen chronologischen Lapsus gerügt und auf den Passus hingewiesen,daß d.e Gesandtschaft nach dem sogenannten Siege des Kaisers stattgcsunden hat(Lb. der neulest. Zeitgesch. 257 e). Aber auch er hat übersehen, daß dis Stelle beiPhilo geradezu aussagt, die peinliche Spannung in Judäa wegen der Bildsäulesei erst während der Audienz der judäischen Gesandten diesen be-kannt geworden, d. h. Winter 40 sVgl. jetzt Schürers Erwägung derchronologischen Schwierigkeiten a. a. O. S. bol, Anm. 147j.
Die Philonische Schrift erzählt nämlich mit dramatischer Lebhaftigkeit: alsPhilo mit seinen Mitgesandten dem Kaiser von Rom nach Dikäarchia tPuteoli)folgte, bekümmert um den Ausgang ihres Gleichstellunasgesuches und jedenAugenbltck der Zulassung zur Audienz gewärtig, näherte sich ihnen jemand mitverwirrtem Blicke und beschwertem Atem, führte sie abseits und sprach, kaumdes Wortes mächtig: „Habt ihr das neueste gehört?" (yxnuaa^k ?-« xocLv«;)Als dieser Ankömmling w'iter sprechen wollte, wurde er daran durch einenTränenstrom gehindert, und so ging es zwei und dreimal. Der Mann konntesich vor Schmerz nicht fassen. Die Gesandten, über diesen Vorfall erschrocken,ermahnten ihn, ihnen doch endlich seine Unglückskunde zusammenhängend zu er-zählen, sie nicht zu verschone», da sie an Schmerz und Tränen gewöhnt seien:Darauf erwiderte der Traueibote, von Schluchzen unterbrochen: „UnserTempel ist hin. Eine kolossale Bildsäule in das Allerheiligstedesselben zu bringen, hat Ca jus (Caligula) befohlen, und ihr denRainen Zeus betzulegen" (I-oputio H 28 Al. 573t: ich lrym'.
Die Gesandten, welche, wie angegeben, im Winter 40 Caligula nachgezogen